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Palast stammet vorwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert © APA (AFP/Prakash Mathema)
Palast stammet vorwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert © APA (AFP/Prakash Mathema)

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Österreich unterstützt weiter Restaurierung von Königspalast in Nepal

21.02.2019

Der ehemalige Königspalast von Patan nahe der Hauptstadt Kathmandu ist eine Hauptattraktion Nepals. Doch machten ihm in der Vergangenheit neben dem Zahn der Zeit auch verheerende Erdbeben zu schaffen. Bei den Restaurierungsarbeiten sind seit Jahrzehnten österreichische Experten engagiert. Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hatte daher bei ihrem Besuch ein Gastgeschenk dabei.

Österreich werde ab dem kommenden Jahr weitere 120.000 Euro für die Fortsetzung des Projekts beisteuern, das neben den aufwendigen Restaurierungen des wegen seiner Holzschnitzkunst und Backsteingebäuden berühmten Palastes auch den weiteren Aufbau und Betrieb des integrierten Museums beinhaltet, verkündete Kneissl.

Bisher waren seitens des Bundeskanzleramtes, des Außenministeriums und der Austrian Development Agency ADA rund 300.000 Euro locker gemacht worden, zog Gabriela Krist vom Institut für Konservierung und Restaurierung an der Wiener Universität für Angewandte Kunst bei einem Lokalaugenschein mit der Außenministerin überschlagsmäßig Bilanz.

Krist ist selbst seit 2009 regelmäßig in Patan engagiert. In den Hochschulferien kommt sie meist mit einer etwa 15-köpfigen Gruppe von Studierenden oder Absolventen, um in dem vorwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammenden Palast alte Wasserbecken zu säubern und wieder instand zu setzen, Dachaufsätze zu erneuern oder überhaupt die Nordfassade wieder auf Vordermann zu bringen.

Keine Ausbildung für Restauratoren

In Nepal, meinte Krist gegenüber österreichischen Journalisten, gebe es zwar fantastische Handwerker, aber keine Ausbildung für Restauratoren. Für diese aufwändige Arbeit brauche es aber neben dem nötigen Wissen, den handwerklichen Fertigkeiten und einer gehörigen Portion Geduld auch die richtigen Materialien. Schließlich gehe es ja darum, die jeweiligen Objekte mit den dazu passenden, auch historisch überlieferten Technologien zu restaurieren.

Dabei beweisen österreichische Spezialisten seit Jahrzehnten ein geschicktes Händchen. Aller Anfang machte ab den 1960er Jahren der Architekturhistoriker und Universitätsprofessor Eduard Sekler, weiß Krist. Er gehörte zu den Begründern des Kathmandu Valley Preservation Trust (KVPT) und trug maßgeblich dazu bei, dass der Palast und der gleich daneben liegende Hauptplatz mit seinen kleinen Tempeln und Pagoden von den Vereinten Nationen schon 1979 zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Vor wenigen Jahren hätte die Restaurierung des Königspalastes aus der Malla-Dynastie abgeschlossen werden sollen, doch machte 2015 ein verheerendes Erdbeben, dem auch rund 8.000 Menschen zum Opfer fielen, einen Großteil der Arbeit zunichte. In Patan müssten dann auch bei der historischen Bausubstanz rasche Hilfsmaßnahmen ergriffen werden. Bau- und Dekorteile wurden geborgen und registriert, vom Einsturz bedrohte Bauteile abgesichert. Die damals für die Lagerung der geretteten Objekte verwendeten Schuppen dienen heute als Restaurierungswerkstätten.

Patan-Museum

Neben Sekler - der Professor an der US-Universität Harvard verstarb 2017 im 87. Lebensjahr - und dem für die UNESCO in Nepal engagierten Ex-Rektor der Akademie der Bildenden Künste, Carl Pruscha, hinterließ mit Götz Hagmüller ein weiterer österreichischer Architekt in Patan sein Spuren. Der 1939 in Wien geborene Hagmüller gestaltete das 1997 eröffnete Patan-Museum in Kathmandu, das zu den Hauptattraktionen Nepals gehört. Das Museum wurde in einem Trakt errichtet, das bereits 1934 von Erdstößen gehörig in Mitleidenschaft gezogen worden war, und ist eine der bedeutendsten Sammlungen nepalesischer Kunst.

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