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Österreichisches Lateinamerika-Institut meldete Insolvenz an

17.01.2020

Das Österreichische Lateinamerika-Institut (LAI) mit Sitz in Wien ist endgültig pleite. Der 1965 gegründete Verein brachte nun einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein, wie er in einer Aussendung mitteilte. Das LAI sei ohne Subventionen "nicht lebensfähig", hieß es darin. In den vergangenen Jahren seien öffentliche Gelder jedoch sukzessive gekürzt worden.

Der Insolvenz war ein umfassender Prozess vorangegangen, bei dem jedoch keine Lösung gefunden werden konnte, um das Institut auf eine solide wirtschaftliche Grundlage zu stellen. Bereits Ende 2016 musste ein Sanierungsverfahren eingeleitet werden, da sich die prekäre Situation zugespitzt hatte.

Nachfrage nach Sprachkurse hat nachgelassen

"Durch den Abbau von Personal und einen rigiden Sparkurs konnte der Betrieb noch drei Jahre aufrechterhalten werden. Allerdings hat auch die Nachfrage nach den vom LAI angebotenen Sprachkursen in den letzten Jahren spürbar nachgelassen", erklärte Josef Mayer, Vorstandspräsident via Aussendung. Der Verein vermutete, dass "immer mehr Menschen versuchen, ihre Sprachkompetenzen online zu erwerben oder sich mit Übersetzungs-Apps am Handy durchschlagen".

Von der Insolvenz betroffen sind nach Angaben des LAI insgesamt acht Mitarbeiter des Instituts sowie 19 Vertragslehrer. Die offenen Forderungen würden sich auf 16.000 Euro belaufen. Der Vorstand bemühe sich, dass wichtige Aktivitäten des LAI von befreundeten Institutionen übernommen werden können.

Das LAI ist der größte Bildungsanbieter für Spanisch- und Portugiesischkurse in Wien sowie Veranstalter von Ausstellungen und Buchpräsentationen im Lateinamerika-Kontext. Durch Veranstaltungen über Politik, Kultur und Wirtschaft ermöglichte es einen intensiven Dialog über die aktuellen Entwicklungen in Lateinamerika.

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