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Offenbar schrieb eine Frau einen der ältesten Texte der Weltliteratur

22.10.2020

Einer der ältesten Texte der Weltliteratur stammt nach neuen Forschungsergebnissen Münchner Wissenschafter sehr wahrscheinlich nicht von einem Mann, sondern von einer Frau. Bei dem Text handelt es sich um die sogenannte Gula-Hymne, einen der wichtigsten literarischen Texte aus dem alten Mesopotamien aus der Zeit um 1.300 vor Christus.

Die Hymne aus dem Alten Orient existiert nicht mehr im Original, sondern ist nur aus späteren Kopien bekannt, wie die Ludwig-Maximilians-Universtität mitteilte. In diesen Manuskripten stehe vor dem Autorennamen Bullussa-rabi jeweils das Zeichen für maskulin, was bedeute, dass der Verfasser ein Mann gewesen sein soll. Altorientalisten der LMU haben aber nun herausgefunden, dass das wohl ein Fehler war.

Sie stießen nämlich in neun Verwaltungsurkunden auf den Namen Bullussa-rabi - und wurden überrascht. "In allen Dokumenten ist Bullussa-rabi ein Frauenname", sagte Enrique Jimenez, Professor am Institut für Assyriologie und Hethitologie der LMU, laut Mitteilung. "Offenbar trugen nur Frauen damals diesen Namen."

Seiner Einschätzung nach könnte es sich nicht um den einzigen Fall handeln, bei dem Frauen als Urheberinnen früher literarischer Texte übersehen wurden. "Unsere Hauptquelle für Autoren ist eine Liste aus der Bibliothek von Assurbanipal, der sogenannte "Katalog von Texten und Autoren"", sagte er. "Wenn Bullussa-rabi dort fälschlicherweise als Mann aufgeführt wurde, warum sollte sie der einzige Fall sein?"

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