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Austausch von Know-how über die Ländergrenzen hinweg © ResInfra@DR
Austausch von Know-how über die Ländergrenzen hinweg © ResInfra@DR

Kooperationsmeldung

"ResInfra@DR": Forschungsinfrastrukturen für den Donauraum

06.06.2019

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit dem ZSI

In vielen Ländern des Donauraums mangelt es an Forschungsinfrastrukturen, aber auch an deren nachhaltigem Betrieb. Beratung und Unterstützung in diesem Bereich bietet das Interreg-Programm "ResInfra@DR" der Europäischen Union. Das am 30. Juni zu Ende gehende, mit 2,15 Mio. Euro dotierte Programm unter der Leitung des Zentrums für Soziale Innovation (ZSI) zieht am 12. und 13. Juni in Wien Bilanz.

"Das Projekt zielt auf die Unterstützung von Ministerien ab, aber auch von Forschungsinfrastrukturen", erklärte Projektleiter Felix Gajdusek vom ZSI gegenüber APA-Science. Dazu zählen Workshops und sonstige Trainingsangebote für das Forschungsmanagement und die Unterstützung bei der strategischen Planung von Infrastrukturen. Der Aufbau von Forschungsinfrastrukturen habe in den Ländern des Donauraums noch nicht überall den Stellenwert, den er haben sollte, sagt Gajdusek: "Mit ein Ziel des Projekts war es daher auch, einen Dialog zu entfachen und zu steuern."

Mangelnde Nachhaltigkeit

Probleme würden im Donauraum, der ungefähr 115 Millionen Menschen in 14 Staaten vom Donau-Ursprung bis zum Schwarzen Meer umfasst, oft daraus erwachsen, dass die EU in den Aufbau einer Infrastruktur investiere, deren - finanzielle - Aufrechterhaltung aber auf wackligen Beinen stehe. Ein prominentes Beispiel dafür ist das europäische Laserforschungsprojekt "Extreme Light Infrastructure" (ELI), das derzeit in Prag (Tschechien), Bukarest (Rumänien) und Szeged (Ungarn) errichtet wird. Trotz hoher Investitionskosten von mehr als 800 Mio. Euro müsse man sich schon Gedanken über die Zukunft machen: "Wenn man bedenkt, dass wir nun jährlich 80 Mio. Euro finden müssen, die für den Betrieb nötig sind, dann kann das durchaus das Forschungsbudget eines ganzen Landes sein."

Hier herrsche noch viel Bedarf an Aufklärung und Beratung, so Gajdusek. Ein weiteres Missverständnis bestehe häufig darin, dass Investitionen in die Forschungsbasis automatisch eine Rutsche für die angewandte Forschung bedeuten würden. "Das bedarf anderer Maßnahmen. Da ist Forschungsinfrastruktur sicher ein guter Trittstein, aber um abzuheben ist das nicht gut genug."

Außer dem ZSI ist unter den insgesamt 14 Projektpartnern von "ResInfra@DR" mit der Universität für Bodenkultur (Boku) noch eine weitere österreichische Institution vertreten, die gerade selbst dabei ist, eine Forschungsinfrastruktur zu installieren. Beim Aufbau des neues Wasserbaulabors der Boku am Brigittenauer Sporn in Wien, das weltweit einzigartige Forschungsmöglichkeiten bieten soll, um Fragen zu Hochwasserschutz, Ökologie, Sohleintiefung, Wasserkraft und -straßen zu untersuchen, herrsche reger Austausch mit anderen Donauländern - beim Aufbau von Kapazitäten und in der Forschung selbst.

Gemeinsame Labor-Nutzung

Forschungsinfrastrukturen sollten im Idealfall aber nicht nur für spezifische Zwecke und Gruppen errichtet, sondern im Sinne des "Open Access"-Gedanken möglichst gemeinschaftlich genutzt werden können. Auch im Rahmen von RIAT-CZ, einem weiteren Projekt mit österreichischer Beteiligung (Institute of Science and Technology Austria), werden Synergieeffekte angestrebt, indem bestimmte Laboratorien für beteiligte Partner geöffnet werden.

Im Laufe des Programms (Laufzeit: 1. Jänner 2017 bis 30. Juni 2019) wurden unter anderem fünf Dialogworkshops abgehalten, Richtlinien zur Steuerung von Forschungsinfrastrukturen sowie ein Register mit 200 Begutachtungs-Experten erstellt, und verschiedene Institutionen im Bezug auf Forschungsstrategien beraten. Zur Abschlusskonferenz von "ResInfra@DR" in Wien werden laut ZSI rund 50 Experten aus dem gesamten Donauraum erwartet, darunter Vertreter von Ministerien u.a. aus der Slowakei, Tschechien, Kroatien, Rumänien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien und Österreich.

Service: "ResInfra@DR Synergy Meeting", 12. bis 13. Juni, Wien (Freyung). Anmeldungen sind bis inkl. 7. Juni unter diesem Link möglich: https://survey.zsi.at/index.php/985268?lang=en

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