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Rückkehr an den Arbeitsplatz kann bisherige Belastungssituation verschärfen

05.06.2020

Durch die Corona-Krise fand sich im März beinahe die Hälfte der österreichischen ArbeitnehmerInnen unfreiwillig im Homeoffice wieder. Die seit einigen Wochen stattfindende Rückkehr an den Arbeitsplatz stellt aber für die Betroffenen nicht unbedingt eine Normalisierung im Sinne des Zustands vor Corona dar.

Zudem sind noch immer 1,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit und 517.221 arbeitslos gemeldet. Viele Teilnehmer der Initiative "Reden Sie mit!" der Ludwig Boltzmann Gesellschaft zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit der Bevölkerung berichten aktuell über Belastungen im Zusammenhang mit dem Thema Arbeit. Die Open Innovation Initiative untersucht auch die Folgen der aktuellen Rückkehr an die Arbeitsplätze. Auf der Online-Plattform https://corona.lbg.ac.at kann die breite Bevölkerung ihre Wahrnehmungen aus dem Arbeitsalltag anonym mit den ForscherInnen der LBG teilen.

"Aus Zukunftsängsten und der Mehrfachbelastung Erwerbs-, Haus- und Betreuungsarbeit kann leicht eine psychische Ausnahmesituation erwachsen", so Dr. Peter Stippl, Präsident des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie und Mitglied des ExpertInnen-Teams von "Reden Sie mit!". "Trotzdem muss auch die Rückkehr an den Arbeitsplatz nicht ein Ende des Ausnahmezustands bedeuten, sondern kann sogar zu einer Verschärfung der Belastung führen."

Der sehr wichtige zwischenmenschliche Austausch im Arbeitsalltag wird etwa durch organisatorische Maßnahmen, die die ArbeitnehmerInnen schützen und das Ansteckungsrisiko verringern sollen, verringert oder sogar gänzlich verhindert. Der Ausnahmezustand, die Angst vor Ansteckung und die Angst um die Zukunft des Arbeitsplatzes kann sich so dauerhaft manifestieren.

"Gerade extrovertierte Personen ziehen aus alltäglichen Interaktionen Kraft und wurden bereits bisher von der Corona-Krise stärker belastet. Darüber hinaus haben auch in Österreich Studien bereits gezeigt, dass psychische Belastungen vor allem für junge Erwachsene, Frauen, Alleinlebende und Menschen ohne Arbeit zunehmen." Mit den zuletzt erhöhten Kostenzuschüssen für Psychotherapien wurde bereits ein wichtiger Schritt getan, dem weitere folgen müssen: "Es muss ein einfacherer Zugang zur Psychotherapie für alle geschaffen werden, die sie benötigen", so Stippl, denn Ängste und Sorgen führten auf Dauer zu schweren Schädigungen der Psyche der Menschen.

LBG forscht zu aktuellen psychischen Belastungen durch COVID-19

Die Initiative "Reden Sie mit!" der Ludwig Boltzmann Gesellschaft untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit der Bevölkerung. Aktuell widmet sie sich der Frage, wie die veränderten Bedingungen in der Arbeitswelt auf die psychische Gesundheit von ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen wirken. Aus den Ergebnissen leitet anschließend ein interdisziplinäres ExpertInnenteam Handlungsempfehlungen für die Politik sowie neue Fragestellungen für die Forschung ab. Beiträge können auf https://corona.lbg.ac.at eingebracht werden. Ende des Sommers 2020 soll ein Katalog an politischen Handlungsempfehlungen präsentiert werden. Den Ehrenschutz für die Initiative hat Doris Schmidauer, Frau von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, inne.

Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine Forschungseinrichtung mit thematischen Schwerpunkten in der Medizin und den Life Sciences sowie den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften und stößt gezielt neue Forschungsthemen in Österreich an. Die LBG betreibt zusammen mit akademischen und anwendenden Partnern aktuell 19 Ludwig Boltzmann Institute und entwickelt und erprobt neue Formen der Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und nicht-wissenschaftlichen AkteurInnen wie Unternehmen, dem öffentlichen Sektor und der Zivilgesellschaft. Gesellschaftlich relevante Herausforderungen, zu deren Bewältigung Forschung einen Beitrag leisten kann, sollen frühzeitig erkannt und aufgegriffen werden. Teil der LBG sind das LBG Open Innovation in Science Center, das das Potenzial von Open Innovation für die Wissenschaft erschließt, und das LBG Career Center, das 250 PhD-StudentInnen und Postdocs in der LBG betreut. In der Ludwig Boltzmann Gesellschaft sind insgesamt 550 MitarbeiterInnen beschäftigt. www.lbg.ac.at

Rückfragehinweis:
Mag. Werner Fulterer
PR & Communications
Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Nußdorfer Straße 64, 1090 Wien
Tel. 01 513 27 50 28
werner.fulterer@lbg.ac.at
www.lbg.ac.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1661/aom

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