Kultur & Gesellschaft

APA

Science Busters: Weltrettung zwischen Kängurukot und Blasenfeuer

19.10.2020

Eine coronabedingt gestrichene House Warming Party würde man ein halbes Jahr später wohl nicht mehr nachholen. Die Global Warming Party ist aber leider immer noch aktuell. Und so feierten die Science Busters statt am 20. März nun Freitagabend die Premiere ihres gleichnamigen Programms im Wiener Stadtsaal, das sich dem Klimawandel und seinen Folgen widmet. Dabei haben die Pop-Wissenschafter nicht nur Dystopien parat - sondern auch die Möglichkeiten, diese zu verhindern.

Für den Schock des Abends sorgten indes nicht die Wissenschafter mit apokalyptischen Vorhersagen, sondern Conferencier Martin Puntigam, der erstmals ohne sein klassisches pinkfarbenes, hautenges Plastikoberteil die Bühne betrat - sondern im kreischgrünen, hautengen Plastikoberteil. Wegen der Fotosynthese.

Auswandern auf Planet B keine Option für die Menschheit

Ansonsten übernahmen aber als Experten der Astronom Florian Freistetter und der Molekularbiologe Martin Moder das thematische Ruder und klärten praktische Klimafragen, wie jene, warum Kühe 500 Liter Methan pro Tag emittieren und eine Kängurukottransplantation dagegen trotz landläufiger Meinung nicht helfen würde. Immerhin lässt sich Methan in Schaumblasenform hervorragend auf einem Astronomenschädel entflammen. An diesem kabarettistischen Friday for Future wurde geklärt, ob das Auswandern auf einen Planeten B für die Menschheit eine Option sein könnte (Spoiler: Nein!) oder warum die Erde praktisch gesehen das Krems der Milchstraße ist.

Dem Publikum wurden Fakten enthüllt, denen selbst der klimabewegteste Zuschauer wohl noch nicht gewahr war - wie etwa der Umstand, dass Martin Moders Jugendband Onass (abgeleitet vom deutschen "Am Arsch") mit ihrem Hit "Das Ozonloch" letztlich zentral für das Abfedern des durch die gleichnamige Öffnung vorangetriebenen Klimawandels verantwortlich war. Und es werden praktische Lösungsmöglichkeiten für die Eindämmung der CO2-Emission präsentiert, wie etwa die Idee, den Menschen genetisch Fleischallergie oder Kleinwüchsigkeit zu implantieren.

Die Freistätter'sche Conclusio "Wissenschaft ist das, was auch dann richtig ist, wenn man nicht daran glaubt" können Science-Busters-Anhänger nun bei zahlreichen weiteren Termin in ganz Österreich nachvollziehen. Sollte Corona dem bühnenreifen Kampf gegen den Klimawindel nicht erneut einen Strich durch die Rechnung machen.

Service: "Global Warming Party" der Science Busters: https://sciencebusters.at. Dazu erschienen "Global Warming Party. Wie wir uns das Klima schönsaufen können und andere wissenschaftlich überprüfte Anregungen zur Rettung der Menschheit, Verlag Hanser, München, 192 Seiten, 20,50 Euro.

Martin Fichter-Wöß/APA

STICHWÖRTER
Kabarett  | Wissenschaft  | Wien  | Kunst & Kultur  | Kunst  |
Weitere Meldungen Kultur & Gesellschaft
APA
Partnermeldung