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Stichwort: Das Heeresgeschichtliche Museum

22.01.2020

Das Heeresgeschichtliche Museum (HGM) befindet sich auf dem Areal der ehemaligen Kasernenanlage, die als Folge der Revolution von 1848 erbaut wurde. Das bereits damals geplante Zeughaus mit einer 235 m langen Front wurde ab 1850 unter der Leitung des dänischen Architekten Theophil Hansen gebaut und 1869 als k. k. Hof-Waffenmuseum eröffnet.

1881 wurden sämtliche Waffen in kaiserlichem Besitz in der Sammlung zusammengefasst. Gleichzeitig wurde diese jedoch dem k. k. kunsthistorischen Hof-Museum unterstellt, in dessen neues Gebäude am Ring sie im Jahr 1888 übersiedelte. Das Museum im Arsenal wurde zu einem Museum umgewandelt, das dem stehenden Heer der Habsburgermonarchie gewidmet sein sollte. Das "k. u. k. Heeresmuseum" wurde schließlich am 25. Mai 1891 eröffnet. Nach einer kurzzeitigen Schließung im Ersten Weltkrieg ging der Sammlungsbetrieb schließlich weiter, 1921 wurde das Heeresmuseum wieder für die Besucher geöffnet. Die nachfolgenden Jahre der Zwischenkriegszeit standen im Zeichen der Aufbereitung der "Weltkriegssammlung".

1938 kam es zur Unterordnung des Heeresmuseums unter die Wehrmachtsdienststelle. 1944 kam es zu einem schweren Luftangriff, bei dem der Nordostflügel des Museumsgebäudes weitgehend zerstört wurde. Am 11. Dezember 1944 sowie am 15. Jänner und am 23. März 1945 folgten weitere Bombentreffer auf Einrichtungen des Heeresmuseums. 1946 wurde das Heeresmuseum in die Verantwortung des Unterrichtsministeriums überführt und in Heeresgeschichtliches Museum umbenannt, die Wiedereröffnung folgte 1955. Seither wurden immer wieder neue Bereiche geschaffen.

"Heute ist das Heeresgeschichtliche Museum ein lebendiger Ort der Geschichtsvermittlung und stets um die Entwicklung neuer Vermittlungsaktivitäten bemüht", heißt es auf der Website des Hauses. Zuletzt waren jedoch immer mehr kritische Stimmen über den Umgang des Museums mit der militärischen Vergangenheit Österreichs sowie Vorwürfe der Offenheit für Rechtsextremismus laut. Im Herbst 2019 wurden schließlich mehrere Evaluierungskommissionen damit beauftragt, den Shop, den Saal zur Geschichte 1918-1945 sowie das ganze Haus zu evaluieren. 2018 verzeichnete das Museum 272.000 Besucher. Seit 2007 ist Mario Christian Ortner der Direktor des Hauses, das er nach dem Ausscheiden des früheren Leiters Manfried Rauchensteiner ab Herbst 2005 zunächst interimistisch geleitet hatte. Sei Vertrag läuft demnächst aus, im Frühjahr folgt eine Neuausschreibung.

Service: www.hgm.at/

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