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Studie offenbart massive Wissenslücken über Holocaust in Frankreich

22.01.2020

Rund 75 Jahre nach der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz gibt es in Frankreich massive Wissenslücken über den Holocaust. Vor allem jüngere Menschen unterschätzen das Ausmaß der Shoah deutlich, wie eine Studie der jüdischen "Claims Conference" ergab. Eine im vergangenen Mai veröffentlichte Studie zeigte in Österreich ähnliche Mängel.

Der jüngsten Untersuchung in Frankreich zufolge wissen 57 Prozent der Franzosen nicht, dass rund sechs Millionen Juden während des Holocaust getötet wurden. Bei Jüngeren mit Geburtsdatum ab 1980 sei diese Unwissenheit mit 69 Prozent noch deutlich stärker ausgeprägt. Von diesen sogenannten Millennials und der nachfolgenden "Generation Z" nehmen demnach 44 Prozent an, dass es nicht einmal zwei Millionen Tote gab.

Während zwei Drittel der befragten Franzosen das Vernichtungslager Auschwitz zumindest namentlich kennen, gibt es eine große Unwissenheit über andere Lager. Noch nicht einmal jeder Fünfte kannte Dachau und Buchenwald in Deutschland. Nur zwei Prozent der Franzosen hatten zudem von dem Lager Drancy nördlich von Paris gehört, von dem aus mehr als 60.000 Juden in die Vernichtungslager deportiert wurden.

Auch in Österreich stellte eine im vergangenen Mai veröffentlichte Studie gravierende Wissenslücken über den Holocaust fest. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) wusste bei einer Erhebung für die Claims Conference nicht, dass vom Nazi-Regime sechs Millionen Juden ermordet wurden. Unter den jüngeren waren es sogar 58 Prozent.

Die Claims Conference ist eine jüdische Organisation, die für die Entschädigung von Holocaust-Überlebenden weltweit eintritt.

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