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In der mikroskopischen Forschungswelt behält die Wissenschaft die Oberhand © Günter Richard Wett
In der mikroskopischen Forschungswelt behält die Wissenschaft die Oberhand © Günter Richard Wett

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Tiroler Ferdinandeum lässt Wissenschaft und Kunst in Dialog treten

26.09.2019

Die Tiroler Landesmuseen stellen im Ferdinandeum unter dem Titel "Schönheit vor Weisheit" unter anderem wissenschaftliche und künstlerische Exponate gegenüber und wollen damit einen Dialog zwischen Künstlern und Wissenschaftern forcieren. Eröffnet wurde die Ausstellung, die aus einer Kooperation zwischen Universität Innsbruck und den Tiroler Landesmuseen entstand, am 26. September.

Die Universität Innsbruck zeigt der Öffentlichkeit nicht immer bereitwillig das, was sie hat und besitzt. Exakt das bedauerte einer der Kuratoren der Ausstellung, Christoph Bertsch, bei einer Presseführung in Innsbruck. "Die Universität hat Sammlungen, die niemand kennt, manchmal nicht mal die Institute selbst," meinte dieser etwas scherzhaft. Dass ebenjene jetzt endlich im Museumskontext sichtbar werden und sogar noch einen spannenden Dialog mit Werken aus dem Bestand der Tiroler Landesmuseen eingehen, begrüßte er ausdrücklich.

"Dialog" zwischen zwei Welten

Dieser Zusammenkunft der beiden sonst oft getrennten Welten, die laut Bertsch explizit als ein "Dialog" verstanden werden soll, der nicht immer zu Antworten führt, hat man in 14 Räumen viel Platz gegeben. Im ersten Raum trifft man etwa auf die Installation "Sechs Gespräche", filmisch in Szene gesetzt von Daniel Pöhacker, in dem Wissenschafter und Künstler an akademischen und wissenschaftlichen Orten ins Gespräch kommen. Flankiert werden diese Kurzfilme beispielsweise von Werken des Künstlers Heinz Gappmayr.

Im zweiten Raum bekommt man es mit einem Dialog der anderen Art zu tun. Werke aus dem 17. Jahrhundert korrespondieren mit einer mächtigen Skulptur des zeitgenössischen Künstlers Thomas Feuerstein, die den Titel "FUTUR II" trägt. Durch ihre räumliche und optische Präsenz lässt sie die umliegenden historischen Gemälde beinahe zum Beiwerk werden.

Gänzlich anders ist dieses Verhältnis im folgenden Raum. Mächtigen, martialischen Gemälden, zum Teil aus dem frühen 17. Jahrhundert, wird hier die Arbeit "Der Krieg" von Heidrun Sandbichler gegenübergestellt, die lediglich aus einer kleinen, rostigen Rasierklinge besteht. Diese bezeichnete Kuratorin Helena Perena als "poetische und intime Darstellung". Mächtig und durchaus auf Überwältigung abzielend ist wiederum die folgende Arbeit "Der fragile Raum" von Rames Najjar, die sich an die Architektur des Museums zugleich anpasst als diese auch um einen eindrucksvollen ästhetischen Akzent erweitert.

Die Räume neun bis dreizehn, ausschließlich Lois Weinberger gewidmet, bilden im Verlauf der Ausstellung schließlich eine Art Passage zum finalen Raum, in dem die Wissenschaft klar die Oberhand behält. So finden sich dort unter anderem Gesteinsproben oder eine Algensammlung. Dennoch wird auch an diesem Ort die Brücke zur Kunst gelegt. So erfährt man etwa, dass der bekannte österreichische Geologe Bruno Sander unter dem Pseudonym Anton Santer auch Gedichte schrieb.

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