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Der Dirigent nutzte zu seiner Zeit neuesten Aufnahmetechniken © APA (dpa)
Der Dirigent nutzte zu seiner Zeit neuesten Aufnahmetechniken © APA (dpa)

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Wie Karajan tickte: Symposium Ende April an Kunstuniversität Graz

12.04.2019

Was unterscheidet die musikalische Interpretation durch den Dirigenten Herbert von Karajan von anderen Interpretationen? Mit dieser Frage werden sich Musikforscher und Computerwissenschafter auf einer internationalen Tagung Ende April an der Kunstuniversität Graz beschäftigen. Ausgangspunkt ist ein vom Wissenschaftsfonds FWF gefördertes dreijähriges Forschungsprojekt an der Kunstuniversität.

Herbert von Karajan (1908 - 1989) zählt nicht nur zu den bekanntesten und bedeutendsten Orchesterleitern des 20. Jahrhunderts, er hat auch die zu seiner Zeit neuesten Aufnahmetechniken wie kaum ein anderer Dirigent genützt. Rund 700 Studioproduktionen ab 1939 und an die 1.000 Mitschnitte von ihm dirigierter Konzerte, Konzertfilme und Probendokumentationen bieten heute einen immensen Fundus, um sein Schaffen zu erforschen. Unter der Leitung von Peter Revers vom Institut für Komposition, Musiktheorie, Musikgeschichte und Dirigieren der Kunstuniversität Graz hat eine internationale multidisziplinäre Forschergruppe computergestützten Methoden zur Analyse seines Stils genutzt.

Ab dem 29. April treffen die Spezialisten für Musikwissenschaft und -ästhetik, Computerwissenschaft, Performance Studies und Filmwissenschaft in Graz zusammen. Zu den Partnern des Projektes gehören u.a. das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die Stanford Harvard University, University of Cambridge, Royal Academy of Music, Johannes Kepler Universität Linz, das Eliette und Herbert von Karajan Institut, Mozarteum Salzburg und die Anton Bruckner Privatuniversität, wie die Kunstuni Graz in ihrer Ankündigung festhielt. So werden etwa Elaine Chew von der Queen Mary University London oder der deutsche Dirigent und Musikwissenschafter Peter Gülke in Graz sprechen. Der frühere Rektor des Mozarteums in Salzburg, Reinhart von Gutzeit, wird in einem zusätzlichen Diskussionsformat mit ehemaligen Mitgliedern der Wiener und Berliner Philharmoniker, Dirigenten sowie Filmproduzenten über ihre Zusammenarbeit mit dem weltbekannten Dirigenten diskutieren.

Service: Symposium "Seine ganze Musikdeutung geht vom Klang aus - Musikalische Interpretation bei Herbert von Karajan", 29. April bis 1. Mai, Kunstuniversität Graz. Eintritt frei. https://karajan-research.org/

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