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Wie viele Throne stehen im Himmel?

12.06.2019

Christentum, Islam und Judentum sind sich in einer Sache einig: im Glauben an den einen Gott. Doch so eindeutig monotheistisch diese drei Weltreligionen auch sind, so ungeklärt war anfangs ihr Verständnis der Einzigkeit Gottes. Denn sowohl Judentum als auch Christentum rangen, wie neueste Forschungen zeigen, über Jahrhunderte mit sich selbst über die Frage, "wie viele Throne im Himmel" stehen.

Die 9. Maimonides Lectures der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) rücken diese vielfach wenig beachtete Entwicklung der drei monotheistischen Weltreligionen in den Fokus. Unter dem Titel "Monotheismus, Atheismus und 'Zwei Throne im Himmel'" richten sie vom 26. bis 27. Juni 2019 den Blick vor allem in das erste Jahrtausend n. Chr., als im Judentum gelegentlich eine zweite Person neben dem einen Gott auftauchte, in die spätantike Herausbildung der christlichen Dreieinigkeit - Vater, Sohn und Heiliger Geist - sowie in Entwicklungen islamischer Sekten, die ebenfalls ähnliche Tendenzen kannten.

Aus der Sicht der Wissenschaften

In seinem Eröffnungsvortrag stellt der Philosoph Hans-Dieter Klein am 26. Juni 2019 zur Debatte, ob der Glaube an den einen Gott überhaupt argumentativ zu verteidigen ist, wie Konzepte eines jüdischen "zweiten Throns im Himmel" oder des christlichen, dreieinigen Gottes einzuordnen sind und ob nicht der Atheismus aus wissenschaftlicher Perspektive einen argumentativen Vorteil hat. Das darauffolgende Symposium am 27. Juni 2019 wird mit Vorträgen von Stefan Prochazka, Uta Heil und Gerhard Langer von der Universität Wien die drei Religionen und ihr Verhältnis zum Monotheismus im Detail beleuchten.

Die Symposienreihe Maimonides Lectures ist eine gemeinsame Initiative der ÖAW, der Abrahamitischen Religionsgemeinschaften Österreichs und der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems unter der Schirmherrschaft des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung sowie der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien-Krems und des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Die Veranstaltungsreihe fördert im Geist des Arztes, Philosophen und Gelehrten Mosche ben Maimon (Cordoba, 1135 - Kairo, 1204) die Begegnung zwischen jüdischen, christlichen und islamischen Traditionen und lädt zum Dialog zwischen Religionen und Wissenschaften ein. Wissenschaftlich geleitet werden die Maimonides Lectures von den beiden Mitgliedern der ÖAW Patrizia Giampieri-Deutsch und Hans-Dieter Klein.

Keynote Lecture

Hans-Dieter Klein: "Coincidentia oppositorum. Atheismus und Gottesbegriffe aus der Sicht der Philosophie"

Zeit: Mittwoch, 26. Juni 2019 um 18:00 Uhr

Ort: Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien

Symposium

"Monotheismus, Atheismus und 'zwei Throne' im Himmel"

Zeit: Donnerstag, 27. Juni 2019 ab 09:30 Uhr

Ort: Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien

Vortrag und Symposium sind öffentlich zugänglich und kostenfrei. Anmeldung erbeten bis 24. Juni 2019 bei angela.balder@oeaw.ac.at

Das Programm im Überblick unter: www.oeaw.ac.at

Quelle: ÖAW

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