Kultur & Gesellschaft

Einladung zur Ausstellung von Bar du Bois © die angewandte
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unter flaschen - Die Fledermaus in der Bar du Bois

20.02.2020

Bar du Bois ist ein Künstler_innenkollektiv, das in unterschiedlichen Besetzungen seit 2013 besteht. Bar du Bois ist aber buchstäblich auch eine Bar. Eine Bar auf Wanderschaft. Ihre Möbel werden von Künstler*innen gebaut und sie wird von Künstler*innen betrieben. Bar du Bois ist damit auch ein sozialer Ort. Ihre künstlerische Praxis verknüpft zahlreiche Agenden, wie die Arbeit im Kollektiv, die Infragestellung der Hierarchien im Kunstsystem, die Befragung des Ausstellungsraumes als Ort der Repräsentation, der Einsatz einer Travestie von Stilen und Formensprachen, die zum jeweiligen Ausstellungsort in Bezug gesetzt werden. Sie haben sich als Kontrast zum Kult der wiedererkennbaren künstlerischen Autorenschaft etabliert, als Alternative zur Warenfixiertheit des Kunstmarktes und zum repräsentativen hygienischen White Cube. Statt an solch etablierte Standards glaubt Bar du Bois (dt. Bar aus Holz) an das komponierte Durcheinander des künstlerischen Kollektivs. Man glaubt an das Patchwork und den Rausch, der die Ideen belebt und die sozialen Monaden zueinander bringt.

Durch die Etablierung eines eigenen Netzwerkes in Form eines temporären Offspace mit Bar suchen sie nach aktuellen Möglichkeiten von konstruktiven Gegenwelten und kollaborativen Strategien im Kunstfeld. Der jeweilige Ausstellungsraum wird als Ganzes künstlerisch verhandelt und durch Elemente zu einer Bar gestaltet. Bar du Bois hat bisher an die 40 Ausstellungen und Performances in Österreich, Deutschland und Italien realisiert.

Eingeladen von Kunstsammlung und Archiv zeigen sie in der Universitätsgalerie im Heiligenkreuzer Hof in Wien die Ausstellung "unter flaschen. Die Fledermaus in der Bar du Bois." Die Ausstellung bezieht sich auf das legendäre Kabarett Fledermaus (1907-1913), ein Kellertheater, das von Künstler*innen der Wiener Werkstätte als "Gesamtkunstwerk" konzipiert und ausgestattet wurde. Das Kabarett Fledermaus war das einzige Projekt der Wiener Werkstätte, das ohne Auftraggeber und damit verbundenen Kompromissen umgesetzt wurde. Um die Bar des Kabaretts ranken sich schillernde Berichte von Zeitgenoss*innen unter anderem wurde sie als "bunte Gräuelgrotte" bezeichnet, die mit zahlreichen "satirischen Anspielungen" ausgestattet war.

In Zusammenarbeit mit Studierenden der Abteilung Skulptur und Raum unter der Leitung von Hans Schabus wurden im Rahmen einer Lehrveranstaltung von Eva Engelbert unterschiedliche Aspekte des historischen Kabarett Fledermaus einbezogen und künstlerische Strategien der De-/Rekonstruktion bzw. der Aktualisierung von Geschichte untersucht. Dabei werden Fragen nach Möglichkeiten eines konstruktiven Eskapismus gestellt.

Beteiligte Künstler*innen:

Chiara Bals, Diana Barbosa Gil, Katrine Bobek, Eva Engelbert, Daniel Fonatti, Johannes Frauenschuh, Andreas Harrer, Anna Hostek, Anastasia Jermolaewa, Gea Kalkhof, Selma Klima, Leena Lübbe, Felizitas Moroder, Ann Muller, Florian Pfaffenberger, Raphael Pohl, Carolina Rotter, Lisa Sifkovits, Julia Steinbach, Stefan Thater, Julian Turner, Maria VMier, Astrid Wagner, Johanna Odersky, Bartholomaeus Wächter, Laura Welker

Zeit: Presseführung: Montag, 9.3.2020 um 10Uhr
Eröffnung der Ausstellung: Dienstag, 10.3.2020 um 18Uhr
Ausstellungsdauer 10.3. - 30.4.2020
Ort: Universitätsgalerie im Heiligenkreuzer Hof, Heiligenkreuzer Hof Stiege 8, 1.Stock, Schönlaterngasse 5, 1010 Wien

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Zudem hat die Abteilung Kunstsammlung und Archiv der Universität für angewandte Kunst Wien im letzten Jahr das keramische Dekor des Barraums des Kabarett Fledermaus nach einem einzigen existierenden Schwarz-Weiss-Foto in Form einer stilistischen Adaption und in Kooperation mit Expert*innen und Künstler*innen wie Maria Wiala und Beate Seckauer minutiös rekonstruiert. Somit ist es nun möglich, dem historischen Raumgefüge und der künstlerischen Vision dieses ungewöhnlichen Etablissements nachzuspüren. Die Rekonstruktion nach den Entwürfen von Josef Hoffmann, Berthold Löffler und Michael Powolny ist aktuell in der Ausstellung Into the Night. Die Avantgarde im Nachtcafé im Belvedere Wien bis Juni 2020 zu sehen.

Eine Fokus-Führung von Sofie Mathoi und Cosima Rainer (Kunstsammlung und Archiv) findet dazu am 12.3.2020 um 16.30 Uhr im Unteren Belvedere statt.

Rückfragehinweis:
Mag.a Andrea Danmayr
Medienkommunikation & Presse / Press & Media
T +43 1 71133 2004
M +43 664 826 07 81 
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