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Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor © APA (dpa)
Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor © APA (dpa)

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Ansatzpunkt für Frühdiagnose von Leberkrebs entdeckt

19.02.2020

Fast ein Drittel der Weltbevölkerung lebt mit der Diagnose Fettleber. Unter Umständen kann sich aus dieser Funktionsstörung Leberkrebs entwickeln. Forschende der Universität Genf haben einen Ansatz gefunden, das Risiko dafür frühzeitig zu erkennen.

Ein Forschungsteam um Michelangelo Foti von der Universität Genf hat nach Proteinen gesucht, die an der Weiterentwicklung von Fettleber zu Leberkrebs beteiligt sein könnten. Ein Protein erregte dabei ihre Aufmerksamkeit: S100A11.

Es stellt sich heraus, dass S100A11 Entzündungen und eine Anhäufung von faserigem Gewebe in der Leber fördert. "Zusätzliche Tests haben ergeben, dass die Krebserkrankung umso schwerer ausfällt, je mehr S100A11 produziert wird", erklärte der Forscher Cyril Sobolewski laut einer Mitteilung der Uni Genf. Von ihren Ergebnissen berichtet das Forschungsteam im Fachjournal "Gut".

Da sich dieses Protein durch einen einfachen Bluttest nachweisen lässt, könnte diese Entdeckung die Möglichkeit eröffnen, Leberentzündungen und deren Fortschreiten zu Krebs frühzeitig zu erkennen. Eine frühe Diagnose erhöht wiederum die Überlebenschance der Betroffenen.

Vielversprechendes Ziel für Therapien

Darüber hinaus könnte S100A11 nach Ansicht der Genfer Forschenden ein vielversprechendes Ziel für Therapien sein, um das Fortschreiten von Fettleber zu Leberkrebs zu verhindern. Der nächste Schritt wäre die Herstellung eines spezifischen Antikörpers, der in der Lage ist, das Protein einzufangen, um seine karzinogene Wirkung zu verhindern, sagte Sobolewski.

Das Leberzellkarzinom, die häufigste Form von Leberkrebs, entsteht oft in Zusammenhang mit chronischen Leberentzündungen aufgrund zu großer Fettansammlungen in diesem Organ. Übergewicht ist daher ein wichtiger Risikofaktor.

In der Schweiz, wo fast 41 Prozent der Bevölkerung übergewichtig oder fettleibig sind, könnte die Zahl der Fälle in den kommenden Jahren alarmierend ansteigen, schrieb die Uni Genf. Daher sei es dringend notwendig, einen Weg zu finden, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Weltweit ist sie für den Tod von mehr als 700.000 Menschen pro Jahr verantwortlich.

Service: DOI: 10.1136/gutjnl-2019-319019

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