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"Auf dünnem Eis" - JKU Corona Update morgen zur dürftigen Datenbasis in der Corona-Krise

05.04.2020

Die Johannes Kepler Universität Linz sendet Montag bis Freitag via Livestream ein wissenschaftliches Update zur Corona-Krise. Immer um 14 Uhr sprechen Forscher*innen Klartext. Morgen Montag ist unter anderem der Corona-Modellrechner der Nation Niki Popper zu Gast.

Die Zeichen stehen auf Lockerung der Corona-Maßnahmen nach Ostern. Bereits am Montag will die Regierung einen ersten Fahrplan vorlegen. Grundlage dafür sind die aktuellen Zahlen vom Wochenende. Wie valide ist aber die Corona-Datenbasis? Immerhin hängen davon folgen- und auch milliardenschwere Entscheidungen ab - für das Gesundheitssystem, für die Wirtschaft und die Gesellschaft.

Die wahren Zahlen liegen im Verborgenen, weil (zumindest vorerst) nicht die gesamte Bevölkerung getestet werden kann. Daher wissen wir weder wieviel Personen sich in Österreich infiziert haben noch wieviel daran gestorben sind. Wir kennen nur die Zahl der positiv Getesteten und die Zahl der Toten mit Corona, ohne dass ein Kausalzusammenhang feststeht. Weil wir die Dunkelziffer der Infizierten nicht kennen, ist auch die Altersverteilung und die wahre Bedeutung von Vorerkrankungen unbekannt. Und ohne Gesamtmenge der Infizierten lassen sich auch die Basisreproduktionszahl (R0), also gewissermaßen der Tachometer des Virus, und auch die Nettoreproduktionszahl (Rt) nicht verlässlich bestimmen.

Daher wurden in der vergangenen Woche in einer SORA-Studie 2000 Personen als Querschnitt der Bevölkerung getestet und auf ihr Verhalten befragt. Dadurch sollen Rückschlüsse auf die aktuell in Österreich infizierten Personen gezogen werden. Ist nun aber diese Stichprobe repräsentativ genug, um die Datenbasis in Österreich signifikant zu verbessern?

Und noch ein Bereich ist bisher unterbelichtet. Die Spitäler haben nahezu alle verfügbare Kapazitäten für Covid-Erkrankte freigemacht. Alle geplanten (elektiven) Eingriffe sind verschoben worden. Vorsorgeuntersuchungen finden kaum noch statt. Spitäler und Ärzt*innen werden gemieden soweit irgendwie möglich. Der daraus resultierende Kollateralschaden für das Gesundheitswesen und die gesundheitsökonomischen Folgen sind ebenfalls Thema im JKU Corona Update am Montag.

Rektor Meinhard Lukas erörtert all diese Fragen mit folgenden Forschern:

• Dr. Niki Popper, Koordinator des interfakultären Zentrums Computational Complex Systems der TU Wien und CSO der dwh GmbH

• Prof. Dr. Andreas Quatember, Institut für angewandte Statistik, Johannes Kepler Universität Linz

• Prof. Dr. Gerald Pruckner, Institut für Volkswirtschaftslehre, Abteilung für Gesundheitsökonomie, Johannes Kepler Universität Linz

Mag. Jürgen Schwarz  
PR-Manager
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