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Studien von Wiener Wissenschaftern © APA (Fohringer)
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Bessere Software für Herzpumpen entwickelt

31.08.2017

Mit Hilfe eines an der Medizinischen Universität Wien gemeinsam mit dem Ludwig Boltzmann Cluster für Kardiovaskuläre Forschung entwickelten Algorithmus und eines ebenfalls dort konstruierten Aufnahmegeräts ist es weltweit erstmalig möglich, Menschen mit Herzpumpen exakt zu "überwachen", teilte die MedUni Wien in einer Aussendung mit.

"Das ist das intelligenteste Pumpensystem der Welt", wurden Heinrich Schima und Francesco Moscato vom Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik zitiert. Damit sei es möglich, sowohl die Leistung des Herzens als auch jene der Pumpe bis ins kleinste Detail zu analysieren.

Noch im Forschungsstadium

Das Projekt befindet sich derzeit noch im Forschungsstadium. Ziel sei es, dass die Daten künftig in der klinischen Praxis jederzeit abgerufen werden können, um anhand der gewonnenen Daten eine personalisierte Therapie zu ermöglichen. Das System wird auch auf dem weltweit größten Kongress für die Entwicklung und Erforschung von künstlichen Organen, dem ESAO (http://www.esao2017.org/), der von 6. bis 9. September 2017 im Hörsaalzentrum des AKH Wien (Ebene 7 und 8) stattfindet, präsentiert.

Aktuell sind in Wien 20 Patienten mit einer implantierten Mini-Herzpumpe - als Überbrückung bis zu einer Transplantation - mit dem intelligenten System ausgestattet. Die Überprüfung der Daten erfolgt bei der Entlassung aus dem Spital, bei den Ambulanzbesuchen und im Bedarfsfall. 50 Mal in der Sekunde werden die Wechselwirkungen zwischen Pumpe und Herz sowie deren Leistung aufgezeichnet. Moscato sagte: "Wir können Rhythmusstörungen, Gerinnselbildungen und auch Blutdruckkrisen messen und analysieren." Aufgrund dieser Daten kann die Pumpe auch jederzeit adaptiert und personalisiert für jeden Betroffenen eingestellt werden.

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