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Maßnahmen sollen nicht zu früh beendet werden © APA
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Coronavirus - Intensivmediziner besorgt, wollen Maßnahmen beibehalten

30.03.2020

Angesichts weiter steigender Fallzahlen von SARS-CoV-2-Infektionen und in der Folge von krankenhaus- und intensivpflichtigen Erkrankten plädiert die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Notfallmedizin (ÖGARI) für eine konsequente Beibehaltung aller Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsraten und für eine weitere Aufrüstung der Intensivkapazitäten. Man sei besorgt.

"Wir verfolgen die Entwicklung der Corona-Pandemie durchaus besorgt. Mit zunehmenden Fallzahlen und Behandlungserfahrungen sehen wir sehr ernste und schwerwiegende Therapieverläufe – mit schweren Beteiligungen mehrerer Organe, besonders langen Beatmungszeiten, langen Aufenthalten auf der Intensivstation und insgesamt schwer kontrollierbaren Krankheitsentwicklungen", sagt ÖGARI-Präsident Klaus Markstaller (MedUni Wien/AKH). "Das ist eine keinesfalls zu unterschätzende Herausforderung für die intensivmedizinischen Ressourcen."

Alles, was dazu führe, dass sich weniger Menschen gleichzeitig infizieren und dann gleichzeitig erkrankten, müsse unbedingt konsequent fort- und durchgesetzt werden, wurde Markstaller in einer Aussendung zitiert. "Wir können nur davor warnen, diese wichtigen Maßnahmen zu früh zu beenden oder die aktuellen Gefahren und Bedrohungen für das Funktionieren des Gesundheitssystems zu verharmlosen."

Intensivmedizinische Kapazitäten sollen erhöht werden

Gleichzeitig sei es zentral, vorausschauend, weiterhin die intensivmedizinischen Kapazitäten bestmöglich zu erhöhen. "Dabei geht es einerseits um die konsequente Entlastung der Intensivstationen, zum Beispiel durch das Aussetzen elektiver Eingriffe (auf lange Sicht geplante Operationen), aber andererseits auch um die vorsorgliche Beschaffung ausreichender intensivmedizinischer Medikamente, Schutzausrüstungen und erforderlicher Medizintechnik, insbesondere von Beatmungsgeräten", sagte der ÖGARI-Präsident.

Deutlich werde angesichts der aktuellen Entwicklung auch, dass notärztlichen und anästhesiologisch-intensivmedizinischen Personalressourcen bei der Bewältigung der weiteren Entwicklung eine zentrale Rolle zukomme. "Hier muss besonders darauf Bedacht genommen werden, Ausfälle möglichst gering zu halten", betonte der Intensivmediziner. "Denn diese Ressourcen werden wir dringend nicht nur für die steigenden Zahlen schwer an Covid-19 erkrankter Personen benötigen, sondern auch für alle anderen Menschen, die aus anderen Gründen notärztliche und intensivmedizinische Betreuung brauchen."

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