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RKI-Präsident Lothar Wieler will genaueres Bild über das SARS-CoV-2-Geschehen © APA (AFP)
RKI-Präsident Lothar Wieler will genaueres Bild über das SARS-CoV-2-Geschehen © APA (AFP)

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Coronavirus - Robert-Koch-Institut startet Antikörperstudie

09.04.2020

Das Robert-Koch-Institut (RKI) startet in Deutschland eine große bundesweite Antikörperstudie zur Verbreitung des Coronavirus. Damit soll ermittelt werden, wie viele Menschen bereits eine Infektion durchmachten und damit nun zumindest für eine gewisse Zeit immun gegen das Virus sind, wie das RKI in Berlin mitteilte. Das ist bisher nicht bekannt.

Untersucht wird, ob sich im Blut der Studienteilnehmer Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen lassen, was ein sicherer Hinweis auf eine durchgemachte Infektion ist. "Von diesen Studien erwarten wir uns ein genaueres Bild über das SARS-CoV-2-Geschehen in Deutschland", erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Die Infektion verlaufe häufig mild oder sogar unbemerkt. Die Ergebnisse der Antikörperstudien seien "von großer Bedeutung, um den Verlauf und Schwere der Pandemie genauer abschätzen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser bewerten zu können", betonte Wieler.

Bei Antikörper- oder serologischen Studien wird das Blut auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 untersucht. Antikörper lassen sich frühestens eine bis zwei Wochen nach der Infektion nachweisen, entsprechende Labortests sind erst seit kurzem verfügbar.

Alle 14 Tage rund 5.000 Blutproben

Das RKI startet in Kürze Untersuchungen an Blutspendern und Menschen in einigen besonders betroffenen COVID-19-Ausbruchsgebieten. Voraussichtlich ab der kommenden Woche sollen alle 14 Tage rund 5.000 Blutproben untersucht werden. Erste Ergebnisse werden Anfang Mai erwartet.

Bei den Studien in Corona-Hotspots sollen in jedem Ort etwa 2.000 Probanden ab 18 Jahren mehrfach untersucht und zusätzlich zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumständen und psychischer Gesundheit befragt werden.

Studienbeginn ist Mitte April, mit ersten Ergebnissen ist im Mai zu rechnen. Längerfristig ist eine bundesweite repräsentative Studie geplant. Untersucht werden sollen 15.000 Menschen an 150 Studienorten. Erste Ergebnisse werden für Juni erwartet.

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