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Maskenpflicht in Supermärkten © APA
Maskenpflicht in Supermärkten © APA

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Coronavirus - Wieder deutlich mehr Genesene als Neuinfektionen

07.04.2020

Die Zahl der aktuell am neuartigen Coronavirus Erkrankten in Österreich ist den vierten Tag in Folge gesunken, diesmal um 3,4 Prozent auf 8.043 Fälle. Seit Montag galten 583 zusätzliche Personen als genesen, gegenüber 332 Neuinfektionen. Die Zahl der bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen lag Dienstagfrüh bei insgesamt 12.332, 4.046 Betroffene waren wieder gesundet, 243 Patienten gestorben.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) fordert Maskenpflicht für Ärzte und Pflegepersonal. "Angehörige des Gesundheitswesens können als Multiplikatoren gelten, und die könnten die Patienten anstecken", warnte Kammerpräsident Thomas Szekeres. "Dass die Maskenpflicht neben den Supermärkten nun auch künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, aber der Gesundheitsbereich weiterhin ausgespart wird, ist nicht nachvollziehbar", betonte Harald Mayer, ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte. "Die Maskenpflicht muss auch auf Ordinationen ausgeweitet werden", forderte Johannes Steinhart, ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte.

Gut 90 Prozent der Ordinationen der niedergelassenen Ärzte sowie je nach Region 40 bis 65 Prozent der Zahnarztpraxen haben derzeit geöffnet, teilten die Ärztekammern der APA - Austria Presse Agentur mit. "Vollkommen im Stich gelassen" fühlt sich besonders die Zahnärztekammer in Sachen Schutzausrüstung. Die Zahnärzte versuchten trotzdem, die Versorgung so gut es geht aufrecht zu erhalten. Die Notfall- und Schmerzbehandlung sei gewährleistet. Hätte man mehr FFP3-Masken, könnten auch mehr Praxen geöffnet sein.

Zivildiener wollen Beschwerde einbringen

Etliche Zivildiener, deren Dienst Ende März ausgelaufen wäre und die aufgrund der Corona-Krise bis zum Juni verlängert worden sind, fühlen sich unfair behandelt. Mehr als 100 von ihnen wollen eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) einbringen, weil sie deutlich weniger verdienen als jene rund 3.500 außerordentlichen Zivildiener, die einem Aufruf der Bundesregierung gefolgt sind.

Gleichzeitig mit dem schrittweisen Hochfahren der Geschäfte bieten die Wiener Linien nach Ostern wieder einen etwas dichteren Takt an. Ab Dienstag werden U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen analog zum Ferienfahrplan eines Wochentags unterwegs sein. Piktogramme werden auf die neue Maskenpflicht in Öffis hinweisen.

Auch die Stadt Salzburg will die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie schrittweise zurücknehmen. Parks und Kinderspielplätze werden dann geöffnet. Auch die Bauernmärkte am Universitätsplatz, Kajetanerplatz und in Lehen finden ab 14. April wieder statt. Beim Wochenmarkt Schranne will die Stadt noch zuwarten.

Maskenpflicht im Supermarkt

Die Einführung der Maskenpflicht beim Einkaufen funktioniert recht gut, wie ein Rundruf der APA bei den Handelsketten ergab. Der Mund-Nasen-Schutz, den diese bereitstellen, bleibt vorerst gratis, außer bei Rewe: In den Billa-, Merkur-, Penny-, Bipa- und Adeg-Märkten wird dafür ein Euro pro Stück kassiert.

Bei der am Montag ins Leben gerufenen Community "füreinand'" waren bis Dienstag schon rund 1.700 Menschen registriert. 160 Personen erklärten sich bereit, Nasen-Mund-Masken zu nähen, 270 Kinder zeichnen Blumen für die Bewohner von Pflegewohnhäusern. Bei der "Einsamkeits-Hotline" (05/1776-100) meldeten sich bisher 1.000 Menschen, die gerne angerufen werden wollen: Für die "Mission Plaudernetz" haben Caritas, Magenta Telekom und Kronenzeitung ein Tool gebastelt, das Menschen verbinden soll. Am Dienstag wurden die Leitungen freigeschaltet. Die Nummer bringt Leute, die jemanden zum Reden suchen, nach dem Zufallsprinzip telefonisch mit einer Person zusammen, die sich als Gesprächspartner auf www.fuereinand.at oder www.plaudernetz.at angemeldet hat. Auch Prominente wie der Kabarettist Klaus Eckel, die Schauspielerin Alma Hasun und "Bergdoktor" Hans Sigl machen mit.

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