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Salzburg und OÖ setzen auf Bodenfunktionskarten © APA (dpa/Hildenbrand)
Salzburg und OÖ setzen auf Bodenfunktionskarten © APA (dpa/Hildenbrand)

Kooperationsmeldung

Der Boden als Grundlage für das Leben

03.03.2015

Mit Mythen rund um Österreichs Böden und Ackerflächen will die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei einer Veranstaltung am kommenden Mittwoch (4. März) aufräumen. Ein großes Anliegen ist es, speziell unter Raumplanern und Bürgermeistern das Bewusstsein für die vielfältige Funktionalität des Bodens zu erhöhen.

Im Rahmen des Fachgesprächs, das sich an die interessierte Öffentlichkeit richtet, soll neben aktuellen Ergebnissen auch das Leistungsspektrum der Agentur vorgestellt und insbesondere auf Beratungsservices hingewiesen werden. Auf Basis fundierter Datensätze wolle man sich im Internationalen Jahr des Bodens am Diskurs beteiligen, welcher "nicht immer aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen" geführt werde, so Andreas Baumgarten, Leiter der Abteilung Bodengesundheit und Pflanzenernährung der AGES und Präsident der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft, gegenüber APA-Science.

Problematik der Bodenversiegelung

Die Böden seien besser als ihr Ruf. "Die Maßnahmen der vergangenen zehn, fünfzehn Jahre zeigen Wirkung: Sowohl was den Humusgehalt als auch die Nährstoffsituation generell betrifft", erklärt Baumgarten. So sinke der Humusgehalt entgegen anders lautenden Meinungen nicht, im Gegenteil. "Nach dem Krieg ist der Anteil an mineralischem Dünger und Wirtschaftsdünger stark gestiegen. Ziel war es, diese Reserven auf ein vernünftiges Niveau herunterzufahren", so der Biologe.

Noch am Anfang stehe man allerdings bei der Problematik der Bodenversiegelung (Anm.: das Bedecken des natürlichen Bodens durch Bauwerke), welcher man sich "sehr aktiv" widme. "Der Boden hat viele Funktionen: Er dient als Filter, als Puffer, als Erholungsraum, sichert ein großes Artenspektrum, ist archäologisch von Bedeutung. Aber diese breite Funktionalität wird in der Flächenplanung nicht berücksichtigt", kritisiert der Experte. Besonders Raumplaner und für Widmungen zuständige Bürgermeister würden sich noch zu wenig für das Thema interessieren.

Bodenfunktionskarten nützen

Abhilfe schaffen sollen Bodenfunktionskarten: Sie zeigen, wo sich Böden befinden, deren Funktionalität als sehr hoch zu bewerten ist. Für die Vorreiter Salzburg und Oberösterreich wurden diese Karten im Auftrag der Landesregierungen erstellt. "Es ist ein erster Erfolg, dass in Salzburg jetzt einmal alle Großbauten gestoppt wurden", zeigt sich Baumgarten zufrieden. Auch in Oberösterreich gebe es Überlegungen in diese Richtung.

Ein auf Basis der Karten bis Mitte 2016 laufendes Forschungsprojekt im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums untersucht, wieviel Boden in Österreich zur Ernährungssicherung zur Verfügung steht bzw. wie es um die Ernährungssicherheit bestellt ist. Eine weitere Bodenfunktionsbewertung führt die Agentur im Auftrag der Stadt Wien durch. "Dabei geht es auch darum, exemplarisch durchzuspielen, was Veränderungen bewirken: Wenn ich einen Sportplatz baue, welche Auswirkungen hat das etwa auf die Grundwasserneubildung oder auf angrenzende Naturschutzgebiete", erklärt der Fachmann.

Service: www.ages.at; Bodenfunktionskarten: Salzburg: SAGIS; Oberösterreich: DORIS

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