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Langkettige Zuckermoleküle spielen eine wichtige Rolle © APA (Hochmuth)
Langkettige Zuckermoleküle spielen eine wichtige Rolle © APA (Hochmuth)

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Die Überlebenstricks von Karies-Bakterien

02.11.2017

Die Säure aus dem Stoffwechsel von Bakterien greift den Zahnschmelz an und verursacht Karies. Das dabei frei werdende Kalzium vertragen die Bakterien eigentlich schlecht. Basler Forscher haben herausgefunden, wie sie trotzdem überleben.

Süßigkeiten fördern Karies, das bringen Eltern schon ihren Kindern bei. Karies-Bakterien wandeln nämlich Zucker in Säure um, die dann den Zahnschmelz angreift und Kalzium herauslöst. Die höhere Kalziumkonzentration in der direkten Umgebung würden den Bakterien normalerweise schaden - hätten sie nicht einen Kniff entwickelt, um sich davor zu schützen.

Forscher der Universität Basel um Monika Astasov-Frauenhoffer haben entdeckt, dass dabei langkettige Zuckermoleküle eine wichtige Rolle spielen. Davon berichteten die Wissenschafter kürzlich im Fachblatt "PLoS One". Die Bakterien stellen diese aus Zuckerrückständen her und nutzen sie, um sich im Zahnbelag zu verankern.

Viele Bindestellen für Kalzium

Diese langen Zuckermoleküle ("extrazelluläre Polysaccharide", EPS) besitzen viele Bindestellen für Kalzium, wie die Uni Basel mitteilte. Sie fangen die hohe Kalziumkonzentration ab und machen sie so für die Bakterien unschädlich. Und nicht nur das: Die Verankerung der Bakterien im Zahnbelag wird dadurch sogar noch stabiler.

Darüber hinaus fördern diese Polysaccharide auch noch die Entstehung von Karies: "Indem EPS Kalzium binden, hemmen sie die Remineralisation des Zahnschmelzes, weil dadurch nicht mehr genügend freies Kalzium im Zahnbelag enthalten ist", sagte Studienautorin Astasov-Frauenhoffer.

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