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Die Übertragung der elektrischen Impulse erfolgt mittels Kabel zum Ohr © APA (AFP)
Die Übertragung der elektrischen Impulse erfolgt mittels Kabel zum Ohr © APA (AFP)

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Elektrischer Impuls am Ohr senkt Risiko für Vorhofflimmern post OP

22.10.2019

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Komplikationen nach herzchirurgischen Eingriffen - jeder dritte Patient ist betroffen. Mediziner zeigten an der Universitätsklinik für Chirurgie nun in einer Phase-II-Studie an 40 Patienten des AKH Wien, dass mit einem nicht-invasiven elektrischen Impuls in der Ohrmuschel direkt am dort verlaufenden Nervus vagus das Risiko um die Hälfte reduziert werden kann.

Vorhofflimmern geht mit Symptomen wie Herzrasen, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Engegefühl in der Brust einher und wird bisher mit teils schweren Medikamenten unterdrückt, hieß es in einer Aussendung der MedUni Wien. Durch den operativen Eingriff kommt es zu Entzündungsreaktionen, oxidativem Stress und einer Aktivierung des Sympathikus-Nervensystems, wodurch der Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzt wird. Diese wiederum erhöht das Risiko für Vorhofflimmern.

Der elektrische Impulsgeber der nicht-invasiven elektrischen Stimulation am Außenohr könne etwa an der Kleidung befestigt werden, schrieb die MedUni. Die Übertragung erfolge mittels Kabel zum Ohr, wo die beiden Elektroden angebracht werden. Durch den Impuls komme es zu einer Beruhigung, indem der größte Nerv des Parasympathikus und damit der entsprechende Antagonist stimuliert werde, erklärte Studien-Erstautor Martin Andreas.

Die Stimulation erfolge in den ersten fünf Tagen nach einer Operation, wenn das Risiko für Vorhofflimmern am höchsten sei, und zwar ununterbrochen, bis sie bei gutem Verlauf beendet werden könne. Nun soll eine Phase-III-Studie folgen, schrieben die Mediziner. Bei Erfolg könne in vier bis fünf Jahren mit einem Einsatz in der klinischen Praxis gerechnet werden.

Service: Fachartikelnummer: DOI 10.1161/CIRCEP.119.007711

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