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Europaweite Studie testet Therapie nach Rückenmarksverletzung

12.09.2019

Womöglich könnten sich die Nerven nach einer Rückenmarksverletzung wieder teilweise erholen. Dazu muss man eine natürliche "Bremse" des Nervenzellwachstums lösen. In einer europaweiten Studie testen Mediziner nun diesen Ansatz bei Unfallpatienten, um die Nervenfunktion zu verbessern.

Das Nogo-A-Protein ist ein körpereigener Hemmstoff, der Wachstum und Regeneration von Nervenfasern verhindert. Eine Forschungsgruppe um Martin Schwab von der Universität Zürich erforscht die Funktion dieses Proteins seit Jahren. Die Entdeckung beginnt, medizinische Früchte zu tragen: Mit Antikörpern lässt sich diese molekulare "Bremse" lösen.

Derzeit testen Mediziner diese Therapie bei Patienten mit tetraplegischen Rückenmarksverletzung - also dem Ausfall der Kontrolle über alle vier Gliedmaßen - in den ersten Wochen nach dem Unfall. Koordiniert wird die Studie durch Armin Curt, Direktor des Zentrums für Paraplegie der Universitätsklinik Balgrist, wie das Spital mitteilte.

Studien an Versuchstieren und erste Pilotstudien am Menschen lieferten vielversprechende Ergebnisse und machen Hoffnung, dass sich durch Nogo-A-Antikörper die Nervenfunktionen nach einer Rückenmarksverletzung verbessern könnten. "Es scheint tatsächlich möglich, dass sich beschädigte Nervenfasern oder Fasern rund um die Läsion wieder verbinden", wurde Curt in einer Aussendung zitiert. "Wir hätten damit zum ersten Mal eine Therapie bei Rückenmarksverletzungen."

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