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Präventiv wirkt bei COPD ein Rauchstopp am besten © APA (dpa)
Präventiv wirkt bei COPD ein Rauchstopp am besten © APA (dpa)

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Experten raten zu Vitamin D und Rehabilitation gegen COPD

18.11.2019

Ausreichende Vitamin-D-Zufuhr, Bewegung und Rehabilitation können bei COPD-Patienten das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten sowie die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Betroffenen deutlich erhöhen. Darauf wies die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) im Vorfeld des Welt-COPD-Tages am 21. November in einer Aussendung hin.

Nach Herzinfarkt und Schlaganfall ist COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) mittlerweile die dritthäufigste Todesursache weltweit. Die Krankheit führt zu einer sukzessiven Zerstörung der Lungenbläschen und Lungengefäße und damit zu einem schleichenden Verlust der Lungenfunktion. Unbehandelt führt COPD zum Erstickungstod. Ausgangspunkt ist immer eine chronische Entzündung der Bronchien. Hauptsymptome der Erkrankung sind Auswurf, chronischer Husten und quälende Atemnot. COPD ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar: die Zerstörung der Bronchien kann nicht rückgängig gemacht, aber aufgehalten werden.

Niedrigere Exazerbationsrate

Neue Untersuchungen belegten laut ÖGP die Bedeutung von Vitamin D bei COPD. Eine im Fachjournal "Thorax" 2019 veröffentlichte Metaanalyse zeigte, dass die Gabe von Vitamin D bei bestehendem Mangel die Anzahl der schubweisen Verschlechterungen der COPD (Exazerbationen) deutlich senken kann. Das sei vor allem wichtig, da die überwiegende Anzahl der Todesfälle bei COPD bei solchen akuten Exazerbationen auftreten. Die Metaanalyse zeigte, dass jene Patienten, deren Vitamin-D-Spiegel unter 25 Nanomol pro Liter lag, am meisten von einer Vitamin-D-Gabe profitierten: Durch die Zufuhr von Vitamin D sank die Exazerbationsrate um 45 Prozent.

Wissenschafter vermuten dafür folgende Gründe: Einerseits schwächt ein Vitamin-D-Mangel das Immunsystem, wodurch es zum vermehrten Auftreten von Atemwegsinfektionen kommen kann. Dies führt zu einer weiteren Belastung der durch die COPD ohnehin schwer in Mitleidenschaft gezogenen Atemwege und begünstigt so das Entstehen einer Exazerbation. Andererseits hemmt Vitamin D die Produktion mehrerer entzündungsfördernder Botenstoffe und unterdrückt bestimmte Immunzellen, die vermutlich bei der Entstehung von COPD eine Rolle spielen.

Wirkung nur bei Unterversorgung

Bei COPD-Patienten, die einen normalen Vitamin-D-Spiegel hatten, brachte die Zufuhr von Vitamin D allerdings keinen weiteren Nutzen. Gerade in den Wintermonaten sei jedoch eine Unterversorgung nicht selten, besonders bei älteren und chronisch kranken Menschen. "Daher sollten COPD-Patienten ihren Vitamin-D-Status überprüfen lassen und gegebenenfalls ein Vitamin D-Präparat in Erwägung ziehen", sagte ÖGP-Generalsekretär Bernd Lamprecht.

Die sogenannten AHA-Symptome - Atemnot, Husten und Auswurf - sollten jedenfalls immer ernst genommen und weiter abgeklärt werden. Die ersten Symptome einer COPD würden nämlich gerade durch die in der kalten Jahreszeit häufig auftretenden grippalen Infekte verschleiert, warnten die Experten. Außerdem nehme die Rehabilitation große Bedeutung bei COPD ein, da es bei den Patienten zu Muskelabbau kommt. "Gerade bei Patienten mit einem schlechten Allgemeinzustand, man spricht von 'Frailty', also Gebrechlichkeit, ist moderates körperliches Training extrem wichtig", so Lamprecht. Präventiv wirken bei COPD ein Rauchstopp sowie Impfungen gegen Pneumokokken und Influenza.

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