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Für Antikörper-Arrangements werden überlange Erbgut-Schlaufen gezogen

02.07.2020

Immunzellen bauen gegen Krankheitserreger 100 Milliarden verschiedene Antikörper aus nur 20.000 modularen Bauanleitungen (Gen-Segmenten). Diese liegen auf dem Erbgut-Faden teils weit auseinander, er wird aber in extralange Schlaufen gelegt, damit sie zusammenkommen, so Wiener Forscher. Dazu unterdrückt das Regulator-Gen "Pax5" einen Schlaufenlängenbegrenzer, berichten sie im Fachmagazin "Nature".

Diese Schlaufen werden von "Kohäsin" gezogen, einer molekularen Maschine, die das Erbgut auch bei der Zellteilung auftrennt. Ein Team um Meinrad Busslinger und Louisa Hill vom Institut für Molekulare Pathologie (IMP) fand heraus, dass diese Schlaufen in Immunzellen (B-Zellen) tatsächlich am gesamten, 2,8 Millionen "Buchstaben" (DNA-Basen) langen Bauanleitungsabschnitt für Antikörper (Immunglobulin-Lokus) auftreten. "Sie werden dadurch in B-Zellen deutlich länger als in den meisten anderen Zelltypen", so Hill in einer Aussendung.

Normalerweise beschränkt ein Eiweißstoff namens "Wap1" die Aufenthaltsdauer von Kohäsin auf dem Erbgut-Faden und somit die Schlaufenlänge. In B-Zellen unterdrückt Pax5 jedoch die Bildung von Wap1 und ermöglicht somit die Bildung extralanger Schlaufen, damit alle nötigen Gen-Segmente zusammengebracht werden können.

Service: https://dx.doi.org/10.1038/s41586-020-2454-y

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