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Herzstillstand: Überlebensrate dank exzellenter Rettungskette in Wien zu jeder Tageszeit gleich hoch

02.12.2019

Ob man tagsüber oder nachts in Wien einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, hat keinen signifikanten Einfluss auf die Überlebensraten. Das fand eine Forschungsgruppe um die Notfallmediziner Christoph Schriefl und Thomas Uray von der Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien heraus, die das Datenmaterial von 1.811 PatientInnen analysierte, die in Wien einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hatten. Anhand der Daten zeigte sich in diesem Kooperationsprojekt mit der Berufsrettung Wien auch, dass qualitativ hochwertige Reanimationsmaßnahmen durch den Rettungsdienst unabhängig von der Tageszeit konstant erbracht wurden. Die Studie wurde im Topjournal "Resuscitation" veröffentlicht.

Um einen Herz-Kreislaufstillstand ohne neurologische Folgeschäden zu überleben, müssen bekanntlich so rasch wie möglich Erste Hilfe-Maßnahmen angewandt werden. Für eine gute Prognose ist eine exzellent funktionierende Rettungskette wichtig. Dazu gehören eine qualitativ hochwertige Herzdruckmassage, eine möglichst frühe Defibrillation, und die weitere Behandlung nach der primär erfolgreichen Reanimation. Wenn all diese Faktoren gut zusammenspielen, stehen die Chancen auf möglichst weitgehende Erholung in Wien gut. Hier überleben zwölf Prozent der PatientInnen einen Herz-Kreislauf-Stillstand ohne nachfolgender Einschränkung.

Eine Forschungsgruppe um die Notfallmediziner Christoph Schriefl und Thomas Uray von der Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien konnte nun im Rahmen einer Studie nachweisen, dass die Überlebensrate dank der exzellenten Versorgungskette in Wien unabhängig von der Tageszeit gleich gut ist. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien und der Berufsrettung Wien.

Das Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob die Tageszeit oder der Wochentag bzw. das Wochenende Auswirkungen auf die Überlebensrate habe, und ob es Qualitätsunterschiede in den Reanimationsmaßnahmen gebe. Dafür wurde Datenmaterial von 1.811 PatientInnen analysiert, die zwischen 2013 und 2015 einen präklinischen, also außerhalb eines Krankenhauses, Herz-Kreislauf-Stillstand in Wien erlitten hatten. Die Daten stammen aus dem Vienna Cardiac Arrest Registry (VICAR), einem speziellen Register zur Erfassung präklinischer Maßnahmen bei Herz-Kreislaufstillstand, sowie zur Qualitätssicherung der erweiterten Wiederbelebungsmaßnahmen in Wien.

Entgegen möglichen Erwartungen und entgegen der Ergebnisse mehrerer internationaler Studien, dass die Nachtzeit einen negativen Einfluss auf die Überlebenschancen nach einem Monat haben könnte, zeigten sich im Studienergebnis keine signifikanten Unterschiede zwischen Tag und Nacht. Zudem stellte sich heraus, dass viele Menschen unabhängig von der Tageszeit bereits Reanimationsmaßnahmen durch Ersthelfer erfahren hatten, bevor der Rettungsdienst eintraf. Bei den für die Studie untersuchten Fällen wurden 58 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände von anderen Menschen beobachtet, und in 57 Prozent waren bereits vor dem Eintreffen der Rettung Wiederbelebungsmaßnahmen gesetzt worden. Dies nicht zuletzt, weil die Erst-HelferInnen die den Notruf 144 wählen, von der Leitstelle der Berufsrettung Wien genau erklärt bekommen, wie die Herz-Druck-Massage durchzuführen ist.

Weiters zeigen die Daten konstant qualitativ hochwertige Reanimationsmaßnahmen durch den Rettungsdienst, und dies unabhängig von der Tageszeit. Sowohl diese qualitativ hochwertigen Reanimationsmaßnahmen, als auch die strukturierte Behandlung nach erfolgreicher Reanimation im Krankenhaus, sind wichtige Faktoren für eine gute Prognose.

Schriefl: "Die Ergebnisse reflektieren unter anderem eine jahrzehntelange Tradition der exzellenten Kooperation und wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Universitätsklinik für Notfallmedizin und der Wiener Berufsrettung. Zusätzlich unterstreicht es die hohe Ausbildungsqualität und das Qualitätsmanagement der Berufsrettung Wien. Wir konnten in unseren Daten erfreulich hohe Raten an Ersthelfermaßnahmen verzeichnen. Nichtsdestotrotz muss es das Ziel sein, diese weiter zu erhöhen, um die Überlebensrate mit guter Prognose nach Herzkreislaufstillstand noch weiter anzuheben."

Service:

"Time of out-of-hospital cardiac arrest is not associated with outcome in a metropolitan area: A multicenter cohort study." C. Schriefl, F.B. Mayr, M. Poppe, A. Zajicek, A. Nürnberger, C. Clodi, H. Herkner, P. Sulzgruber, E. Lobmeyr, A. Schober, M. Holzer, F. Sterz, T. Uray.

DOI: https://doi.org/10.1016/j.resuscitation.2019.07.009

Rückfragehinweis:
Medizinische Universität Wien
Mag. Johannes Angerer
Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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Mobil: +43 664 800 16 11 501
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