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Hirntumor bei Kindern: Forscher entschlüsseln "Teufelskreis"

03.06.2020

Einen "Teufelskreis", der es dem häufigsten Gehirntumor bei Kindern - dem Medulloblastom - ermöglicht, sich nach ersten Behandlungserfolgen erneut breitzumachen, haben Forscher aus Wien und Linz entdeckt. In der Fachzeitschrift "Cancers MDPI" stellten sie ihre Ergebnisse vor. Es zeigte sich u.a., dass der heimtückische Tumor Fresszellen (Makrophagen) dazu bringt, tumorfördernde Proteine zu bilden.

Kommt es beim Medulloblastom zu einem Rückfall, ist die Erkrankung oft trotz intensiver Therapie nicht mehr in den Griff zu bekommen, heißt es in einer Aussendung der Universität Wien. Obwohl die Wissenschaft bereits sehr viel über diesen Tumor und seine Untergruppen auf Basis genetischer Untersuchungen herausgefunden hat, sei noch relativ wenig darüber bekannt, wie sich die Krebserkrankung in ihrer unmittelbaren Umgebung - sprich den umgebenden "normalen" Zellen - verhält. Chemiker und Mediziner um Christopher Gerner von der Uni Wien hat dies nun anhand von detaillierten Analysen der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Cerebrospinalflüssigkeit) untersucht.

Um herauszufinden, wie sich der Tumor verhält, analysierten die Wissenschafter den Protein-, Stoffwechsel- und Blutfett- bzw. Lipidhaushalt im ihn umgebenden Gewebe - also "das Tumormikromilieu", erklärte Gerner. Dass hier die Fresszellen eine Rolle spielen könnten, wurde bereits vermutet. Die neuen Daten zeigen nun, wie sich hier ein "molekularer Teufelskreis" entwickelt, mit dem das Bild der so häufig wiederkehrenden Erkrankung besser zu erklären ist, so die Forscher.

Das Team konnte zeigen, dass Makrophagen Proteine bilden, die den Tumor direkt unterstützen. Weiters ertappten die Wissenschafter diese Tumor-assoziierten Fresszellen beim Erzeugen von Lipidhormonen, die den Stoffwechsel zusätzlich zugunsten des Medulloblastoms verändern. Außerdem identifizierten sie charakteristische Tumor-Marker für die Erkrankung. Die neuen Erkenntnisse könnten bei der "Entwicklung ganz neuer therapeutischer Strategien" helfen, zeigte sich Gerner überzeugt.

Service: https://doi.org/10.3390/cancers12061350

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