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(v.l.n.r.): Florian Kronenberg, Barbara Kollerits, Claudia Lamina und Hans Dieplinger © MUI/Weissensteiner
(v.l.n.r.): Florian Kronenberg, Barbara Kollerits, Claudia Lamina und Hans Dieplinger © MUI/Weissensteiner

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Innsbrucker Forscherteam entdeckte Frühwarnsystem für Diabetes

06.09.2017

Ein Forscherteam rund um den Innsbrucker Epidemiologen Florian Kronenberg hat ein Frühwarnsystem für den Typ-2 Diabetes entwickelt. Und zwar belegten die Wissenschafter, dass eine erhöhte Konzentration des Glykoproteins Afamin mit einem erhöhten Risiko einhergehe, diese Krankheit zu entwickeln, teilte die Medizinische Universität Innsbruck in einer Aussendung mit.

Die Erkenntnisse wurden im Journal Diabetes Care veröffentlicht und basieren auf direkt in Innsbruck durchgeführten Afamin-Messungen und der Analyse von Daten aus insgesamt acht prospektiven Kohorten-Studien im Rahmen einer internationalen Kooperation. "Schon lange vor der Manifestation eines Typ-2 Diabetes können erhöhte Afamin Konzentrationen im Blut gefunden werden", erklärte Erstautorin Barbara Kollerits, die für die statistische Modellierung der Daten verantwortlich zeichnet. Eine Person, deren Afamin-Konzentration um 10 mg/L höher ist als die einer vergleichbaren anderen Person, habe ein um etwa 30 Prozent höheres Risiko, im Lauf der nachfolgenden Jahre einen Typ-2 Diabetes zu entwickeln.

Bemerkenswert sei, dass die Vorhersage neben Alter und Geschlecht auch unabhängig von bekannten Risikoparametern wie HDL Cholesterin, Triglyzeriden, Body-Mass-Index, Bluthochdruck, einer familiären Häufung von Diabetes-Fällen oder einer erhöhten Glukosekonzentration sei. Kollerits bezeichnete die Ergebnisse als "klinisch äußerst bedeutsam", zumal sie auch zu einer genaueren Einordnung in Risikoklassen beitragen könnten.

Die Forscher der Sektion für Genetische Epidemiologie haben das Protein in den vergangenen sieben Jahren bei mehr als 20.000 Menschen aus acht prospektiven Studien gemessen und den Zusammenhang mit Typ-2 Diabetes, Prädiabetes und Insulinresistenz analysiert. "Aus diesem großen Querschnitt der Bevölkerung und den nachfolgenden Verlaufsbeobachtungen konnten wir schließlich ein replizierbares und valides Ergebnis erzielen, das den Zusammenhang zwischen einer erhöhten Afamin-Konzentration und dem Auftreten eines Typ-2 Diabetes eindeutig belegt und für die Risikoabwägung qualifiziert", erläuterte Kronenberg. Vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Diabetes-Prävalenz (Krankheitshäufigkeit, Anm.) könne diese Erkenntnis somit eine "besondere Bedeutung" für eine verbesserte Prognose dieser Erkrankung besitzen. Auch Kronenberg bezeichnete die Ergebnisse als "vielversprechende Basis" für die zukünftige Afamin-Forschung.

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