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Die größten Gefahren sind nicht so abstrakt wie Mikroplastik © APA (dpa)
Die größten Gefahren sind nicht so abstrakt wie Mikroplastik © APA (dpa)

Kooperationsmeldung

Lebensmittelsicherheit - Österreicher unterschätzen Krankheitserreger

04.11.2019

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit der AGES

Die österreichische Bevölkerung unterschätzt die von Krankheitserregern ausgehende Gefahr auf die Lebensmittelsicherheit. Dagegen wird das von Mikroplastik, Antibiotikarückständen oder Pflanzenschutzmitteln ausgehende Risiko überschätzt. Das ergab eine repräsentative Befragung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

"Die Wahrnehmung der Bevölkerung, aber auch der Ärzte und Journalisten deckt sich nicht mit den Ergebnissen von tausenden Untersuchungen, die wir als AGES durchgeführt haben", sagte AGES-Geschäftsführer Thomas Kickinger bei einer Pressekonferenz in Wien. Die rund 600 befragten Verbraucher würden sich vor abstrakten Gefahren wie Mikroplastik oder Hormonrückständen fürchten, während Krankheitserregern in Lebensmitteln wenig Beachtung geschenkt werde - und dass "obwohl es jedes Jahr tausende Erkrankungen und auch Todesfälle gibt", so Kickinger. Die lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüche gehen zwar seit dem Jahr 2006 zurück, dennoch starben im Jahr 2018 acht Personen an Listeriose, 27 Menschen erkrankten daran. An Campylobacter-Bakterien starben sechs Personen, wobei beinahe 8.000 daran erkrankten. Auf fünf Todesfälle durch Salmonellen kamen im Jahr 2018 1.533 Krankheitsfälle.

Das von Pflanzenschutzmitteln ausgehende Risiko werde von der Bevölkerung dagegen überschätzt, meinte der AGES-Geschäftsführer. Schließlich würden über 97 Prozent der diesbezüglich untersuchten Proben den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Seit 2010 wurden lediglich neun Lebensmittel aufgrund des eingesetzten Pflanzenschutzmittels als gesundheitsschädlich bewertet. Wichtig sei es deshalb, Vertrauen bei den Verbrauchern, aber auch den Journalisten und Ärzten zu schaffen, meinte Kickinger.

Großes Vertrauen in Landwirte

Eine Eurobarometer-Umfrage zeigt, dass die Österreicher in Bezug auf der Vermittlung von Lebensmittelgefahren vor allem Landwirten (84 Prozent), Konsumentenschutzorganisationen (81 Prozent) und Wissenschaftern (77 Prozent) vertrauen. Überdurchschnittlich viel diesbezügliches Vertrauen schenken Österreicher (31 Prozent) im EU-Vergleich (19 Prozent) auch Prominenten, Bloggern und Influencern. Das sei insofern problematisch, als diese Informationen oft nicht wissenschaftlich wären, sagte Bernhard Url, Direktor der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. "Es wird in Zukunft sicher eine Herausforderung, Scheininformationen einzudämmen", so Url.

Während die Lebensmittelsicherheit für viele Verbraucher in Österreich zufriedenstellend ist, fühlen sich zwei Drittel der Bevölkerung dennoch nicht ausreichend darüber informiert. Die Hauptinformationsquelle stellt mittlerweile das Internet dar. Um dem zu begegnen hat die AGES eine Online-Informationskampagne "So bleibt dein Lebensmittel sicher" durchgeführt. Darin werden Anleitungen für den richtigen Umgang mit Lebensmitteln zur Verfügung gestellt.

Service: Das AGES-Risikobarometer 2019 ist unter www.ages.at/wissen-aktuell/ abrufbar. Tipps zur Lebensmittelsicherheit gibt es unter http://go.apa.at/7rd7sla3.

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