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"Mediator"-Genschalter fördert Berufsbildung von menschlichen Zellen

02.06.2020

Der Genschalter "Mediator" lotst Genableser (Polymerasen) zu Lesezeichen (Transkriptionsfaktoren), die Baupläne für wichtige Eiweißstoffe markieren. Das macht der Mediator bei Menschen nicht wie geglaubt überall im Buch des Lebens (Erbgut), sondern nur bei Kapiteln, die den späteren Beruf der Zellen (Zelltypus) bestimmen, berichten Wiener Forscher im Fachmagazin "Nature Genetics".

Ein Team um Georg Winter vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) in Wien markierte einzelne Komponenten des Mediators, der aus rund 30 Bauteilen besteht. Die markierten Komponenten konnten die Forscher gezielt außer Betrieb nehmen und so den Mediator-Genschalter ausknipsen.

Sie beobachteten, dass "der Genschalter besonders die Expression (das Ablesen, Anm.) eines kleinen Satzes von Genen vorantreibt, die eng miteinander verbundene Regelkreise bilden, um zelltypspezifische Funktionen zu steuern", erklären sie in einer Aussendung. Der Mediator lockt demnach die Polymerasen gezielt zu Genen, deren Ablesen wichtig ist, dass die Zellen quasi einen bestimmten Beruf erlernen. Die übrigen Gene sind von einem "akuten Mediatorverlust überraschend wenig betroffen", schrieben die Biologen.

Service: https://www.nature.com/articles/s41588-020-0635-0

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