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Melanom: B-Lymphozyten entscheidend für erfolgreiche Immuntherapie

13.09.2019

Die Krebsforschung hat sich bisher auf die T-Lymphozyten konzentriert, wenn es um Weiterentwicklung moderner Immuntherapien ging. Jetzt konnte ein Forscherteam um die Dermatologen Johannes Griss und Stephan Wagner von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien zeigen, dass auch spezielle Subtypen dieser B-Zellen eine essenzielle Rolle in der Immunantwort gegen das Melanom spielen.

Dieses Resultat könnte zur Entwicklung deutlich verbesserter Immuntherapien beitragen, schrieb die MedUni in einer Aussendung. Die Studie wird im Topjournal Nature Communications publiziert.

In der Bekämpfung von Krebs liegt der Fokus seit einigen Jahren in der Entwicklung neuer immuntherapeutischer Verfahren, um körpereigene Abwehrstoffe zu nutzen. Dabei kommt den T-Lymphozyten eine wichtige Funktion zu, weil sie Tumorzellen erkennen und zerstören können. Die wissenschaftliche Forschung setzte daher maßgeblich bei der Aktivierung von T-Lymphozyten unter Immuntherapie an. Trotz großer Fortschritte in diesem Feld schlagen die gängigen Therapien nur bei weniger als der Hälfte aller Patientinnen und Patienten dauerhaft an, berichtete die MedUni.

Entzündungsgrad entscheidend

Der Erfolg moderner Immuntherapien hänge essenziell vom Grad der Entzündung im Tumor ab. Dem Team um Griss und der Gruppe um Wagner sei nun in Kooperation mit dem EMBL-European Bioinformatics Institute ein entscheidender Nachweis gelungen: Spezifische Subtypen von B-Lymphozyten regulieren demnach die Rekrutierung und Aktivierung u.a. von T-Lymphozyten im Melanom. Darüber können sie Immunantworten gegen Melanomzellen unterstützen und den Erfolg von Immuntherapien erheblich steigern.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Präsenz dieser B-Zell-Subtypen im Tumorgewebe schon vor Therapie ein Ansprechen und verbessertes Überleben von Melanompatienten unter Immuntherapie vorhersagen können", sagte Studien-Erstautor Griss. Ohne B-Lymphozyten hingegen verlieren moderne Immuntherapien an Wirksamkeit. "Mithilfe dieser Daten können wir nun eine Gruppe von Patienten identifizieren, die besonders von Immuntherapien profitieren könnte. Unsere Ergebnisse bilden auch die Grundlage zur Entwicklung von immuntherapeutischen Ansätzen, die diese speziellen B-Zell Subtypen nicht nur schonen, sondern sogar aktivieren können", ergänzte Letztautor Wagner.

Service: Fachartikelnummer: DOI 10.1038/s41467-019-12160-2

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