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Nervengewebe-Vorläuferzellen bauen auch an Schädelknochen mit

08.07.2019

Zellen sind ihrer Linie nicht immer treu: Die Vorläufer von Nervengewebszellen (Schwann-Vorläuferzellen) werden manchmal zu Knorpel- und Knochenzellen des Schädel- und Rumpfskeletts, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. Diese Karrieremöglichkeit steht ihnen aber nur früh im Lebensweg offen, nämlich im Embryonalstadium. Die Studie erschien im Fachmagazin "PNAS".

Ein Team um Andrei Chagin vom Karolinska Institut in Solna (Schweden) untersuchte das Schicksal von Schwann-Vorläuferzellen in Mäusen. Konformistisch ausgebildete Schwann-Zellen bilden Hüllen für die Leitungen (Axone) von Nervenzellen, die sie elektrisch isolieren. Manche Schwann-Vorläuferzellen wählten aber einen anderen Berufsweg und gingen quasi in die Schule für Skelettapparatszellen. Aus ihnen wurden bei den Nagern Knorpel- und Knochenzellen des Schädels und des Rumpfskeletts einschließlich Rippen und Schulterblättern. An der Studie waren auch Forscher der Medizinischen Universität Wien beteiligt.

Dies passierte aber ausschließlich im Embryonalstadium, eine spätere Umschulung ist demnach nicht möglich, so die Forscher. Auch bei Zebrafischen konnten sie beobachten, dass Schwann-Vorläuferzellen nicht im Nervensystem einen Job fanden, sondern zu Knorpelzellen wurden. Demnach ist solche Flexibilität in der Berufswahl evolutionär festgelegt, und nicht nur bei einzelnen Organismen möglich.

Service: https://dx.doi.org/10.1073/pnas.1900038116

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