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Das Gehirn von Drosophila besitzt ca. 100.000 Nervenzellen © Rashmit Kaur
Das Gehirn von Drosophila besitzt ca. 100.000 Nervenzellen © Rashmit Kaur

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Nervenzellen-Oberflächenstoff verkabelt rechte mit linker Hirnhälfte

23.10.2019

Dicke Nervenkabeln (Kommissuren) verbinden die beiden Gehirnhälften bei Mensch und Tier zum Informationsaustausch. Damit der erste Strang gelegt wird, ist ein Eiweißstoff auf den Nervenzellen namens "Neuroglian" unentbehrlich, fanden Wiener Forscher bei Fruchtfliegen heraus. Sein Pendant im Menschenhirn "L1CAM" funktioniert genauso, berichten sie im Fachmagazin "Science Advances".

Die Forscher um Thomas Hummel vom Department für Neurobiologie der Universität Wien zerstörte die Funktion von Neuroglian in Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster ) durch Mutationen. Daraufhin war das Wachstum der "Pionier Kommissuren" unterbrochen, die im embryonalen Gehirn eine erste Brücke zwischen den beiden zunächst voneinander isolierten Gehirnhälften bilden. Dadurch war auch allen nachfolgenden Kommissuren der Sprung auf die andere Seite unmöglich und die rechte und linke Hirnhälfte blieben in Folge beim erwachsenen Tier getrennt, erklären sie in einer Aussendung.

Die intakte menschliche Version von Neuroglian namens "L1CAM" konnte den Defekt im Fliegenhirn jedoch beheben. "Das deutet auf einen vergleichbaren Entwicklungsprozess bei Fliege und Mensch hin", so die Forscher. Dies habe medizinische Relevanz: "Viele neuronale Erkrankungen beim Menschen gehen auf eine geringe Ausbildung oder gar den Verlust solcher Kommissuren zurück", erklären sie.

Service: http://dx.doi.org/10.1126/sciadv.aaw5537

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