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Online-Kurs soll Krebspatienten zu bestmöglicher Therapie verhelfen

29.10.2020

Ein neuer Online-Kurs unterstützt Krebspatienten zusätzlich zu den Arztgesprächen, die für sie bestmögliche Therapie zu erhalten. Auf der Plattform selpers.com geben der Krebsspezialist und Telemedizin-Experte Alexander Gaiger und Patientenanwalt Gerald Bachinger kostenlos Hilfestellungen zu wichtigen Fragen von der Diagnose bis zur Nachsorge. Es geht um Informationen für Betroffene, aber auch darum, dass diese ihrem Arzt ausreichend Auskunft über ihren Zustand geben können.

"Die Arzt-Patienten-Situation ist oft schwierig", sagte selpers-Geschäftsführerin Iris Herscovici am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz. Studien zeigen, dass 40 bis 80 Prozent der Inhalte, die mit einem Arzt besprochen wurden, sofort wieder vergessen werden. Oft würden vom Gesundheitspersonal Fachbegriffe verwendet, anderseits würden manchmal Ärzte zu wenig Informationen von ihren Patienten bekommen, erläuterte Herscovici. "Wir ermutigen Patienten, sich im Vorfeld Fragen zu überlegen." Dazu werden auf selpers.com etwa Fragen- und Checklisten zum Download angeboten.

Das insgesamt 90-minütige Onlineprogramm wurde für die Handynutzung optimiert. Bachinger liefert darin beispielsweise Informationen über das Mitspracherecht der Patienten. Es gehe um das gemeinsame Bewältigen der Krankheit auf Augenhöhe zwischen Patient und Arzt, betonte der Sprecher der österreichischen Patientenanwälte eine "therapeutische Partnerschaft". Er forderte trotz der Coronakrise die onkologische Versorgung aufrecht zu erhalten, "im Sinne einer bestmöglichen Therapie für die Patienten".

Das Programm setzt auf einfache Sprache

"Wenn wir vor neuen Herausforderung stehen, wie erstmals klettern oder tauchen zu gehen, machen wir einen Kurs", plädierte Gaiger für eine Nutzung des Online-Angebots für Krebspatienten. Das Programm setzt auf einfache Sprache, die auch der leitende Oberarzt der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien für wichtig im Umgang mit Patienten hält. Zudem arbeitet Gaiger als Programmdirektor Telemedizin, e-health und Psychoonkologie am Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien an Telemedizin, die über (Video-)Telefonie hinausgeht.

Nach einer Studie beginne nun die Ausrollung einer App mit dem Namen "Smart@Home", die Krebspatienten rund um die Uhr mit einem Betreuungsteam verbindet. Die Nutzer können darin beispielsweise aktuelle Symptome eingeben und landen in einer Teletriage mit Ampelsystem. Bei mit Grün bewerteten Beschwerden bekommt der Patient "Self Care Advice" angeboten, erläuterte Gaiger. Bei Gelb erfolgt ein Rückruf innerhalb von acht Stunden und bei "akutem Rot-Alarm" wird man innerhalb von 15 Minuten zurückgerufen und betreut. Sogar 80-Jährige hätten in der Studie gezeigt, dass sie die App gerne verwenden, betonte Gaiger. "Sie ersetzt uns Ärzte und Pfleger nicht, sie verhilft uns zu mehr Zeit", sagte er. Auch der Patient müsse nicht immer zum Arzt und wieder nach Hause fahren.

Der selpers-Kurs "Bestmögliche Therapie bei Krebs" wurde finanziell vom Verband der pharmazeutischen Industrie (Pharmig) unterstützt. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 zeige, dass das Informationsniveau über moderne Krebstherapien bei Patienten "stark ausbaufähig" ist, sagte Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog. Die Betroffenen würden oft "Dr. Google" befragen und gute und schlechte Informationen sowie "Fake News" erhalten. "Wir wollen diese Informationslücke schließen", betonte Herzog.

Service: https://selpers.com/kurs/bestmoegliche-therapie-bei-krebs/

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