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Phytotherapie kann Einsatz von Antibiotika bei Infekten reduzieren

11.11.2019

Die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) kann dabei helfen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren. "Bei mehr als 50 Prozent der Kinder werden trotz viraler Ursache für die Atemwegserkrankung Antibiotika verordnet, obwohl diese nur gegen Bakterien wirksam sind", sagte Wilhelm Kauflersch, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde Hier sei der Einsatz pflanzlicher Präparate besser.

Bereits im Jahr 2000 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Strategien gegen die weltweite Zunahme von Antibiotikaresistenzen gefordert und erneuert diesen Appell von Jahr zu Jahr, hieß es bei einer Pressekonferenz des Zentrums für TCM und Komplementärmedizin der Donauuniversität Krems in Wien. Die Phytotherapie biete verschiedene Möglichkeiten, Virusinfektionen zu begegnen – ohne das Risiko der Resistenzbildung und "mit ausgezeichneter Verträglichkeit".

Besonders Kinder leiden oft an Atemwegsinfekte durch Viren, wobei beim Säugling und Kleinkind bis zu acht Infekte pro Jahr durchaus nicht ungewöhnlich sind. Die Praxis zeige, so Kauflersch, dass hier zu schnell Antibiotika verschrieben werden. "Bei auftretendem Infekt ist der Einsatz antimikrobiell wirksamer Heilpflanzen begrüßenswert. Dank ihrer Vielstoffgemische weisen sie eine Multi-Targetwirkung auf, welche zu einer deutlich geringeren Resistenzentwicklung führt. Außerdem wird der Körper in seinen Regulationsmechanismen unterstützt, Symptome viraler Infekte rascher bekämpft und so eine verbesserte Genesung erzielt", so der ehemalige Vorstand der Abt. für Kinder- und Jugendheilkunde im Landesklinikum Klagenfurt.

Im Falle von Atemwegserkrankungen sind besonders Medikamente wirksam, die antibakteriell, antiviral und schleimverflüssigend sind sowie das Immunsystem stärken. Bewährte Arzneipflanzen gegen Atemwegsinfekte sind beispielsweise Eisenkraut, Sauerampfer, Schlüsselblume, Gelber Enzian sowie Holunder. "Ein Trockenextrakt aus diesen fünf Pflanzen hat sich bei akuter Rhinosinusitis als wirksam erwiesen", sagte Brigitte Kopp, Vorstand der Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA). Damit habe erstmals ein pflanzliches Arzneimittel in einer nach EPOS-Guidelines durchgeführten Studie die höchste Evidenzstufe der Schulmedizin erreicht.

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