Medizin & Biotech

Partnermeldung

Plasmabeschichtungen gegen Keime

16.03.2020

Dank eines neu entwickelten Verfahrens sollen Oberflächen aktiv gegen Keime wirken.

Der oberösterreichische Maschinen- und Anlagenbauer Inocon beschäftigt sich seit 2012 mit Beschichtungen im Plasmasprayverfahren. Im Rahmen mehrerer FFG-geförderter Projekte werden keimtötende Beschichtungen für Krankenhaus-Einrichtungen getestet.

Multiresistente Keime sind ein Schreckgespenst für jede Krankenanstalt. Oberflächen mit bioziden Lacken zu bestreichen, ist ein Weg, um die Keimbildung im Ansatz zu verhindern. Einen anderen Weg, der eine höhere Beständigkeit der bioziden Oberflächen gewähren soll, schlägt die Inocon Technologie GmbH mit Sitz in Attnang-Puchheim ein: Sie hat in einem FFG-geförderten Projekt die Möglichkeiten für biozide Beschichtungen durch Atmosphärisches Plasmasprayen (APS) erprobt.

"Wir haben für dieses Projekt feinste Partikel aus Zink mittels Argon-Plasma unter Atmosphärendruck auf Substrate abgeschieden und diese zusätzlich mit Nano-Schichten versiegelt, um eine kontrollierte Langzeitwirkung zu erzielen", erklärt Entwicklungsleiter Andreas Hinterer. Die nur wenige Mikrometer dünne Zinkschicht wirkt zuverlässig keimtötend, ist aber gesundheitlich unbedenklich.

Erfolgreiche Erstversuche

In einem 2017 aus dem FFG-Basisprogramm geförderten Projekt hat Inocon gemeinsam mit den Studiengängen Metall- und Kunststofftechnik sowie Biologie und Umwelttechnik der FH Wels die grundsätzliche Umsetzbarkeit dieses Beschichtungsverfahrens erprobt. Die Versuche sind erfolgreich verlaufen. "Das Plasmasprayen eignet sich für die Beschichtung verschiedenster Oberflächen: von der Badausstattung in Krankenanstalten über Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln bis hin zu Türklinken, Lichtschaltern und Möbeloberflächen in Arztpraxen", sagt der Beschichtungsexperte. "Prinzipiell lässt sich damit jede Oberfläche beschichten, die kontaminiert werden könnte." Für das innovative APS-Verfahren hat Inocon 2017 den Innovationspreis des Landes Oberösterreich erhalten und war 2018 zum Staatspreis Innovation nominiert.

Auf dem Weg zur Marktreife

Aktuell laufen in einem neuen Projekt, das Inocon unter anderem mit der Medizinuniversität Graz durchführt, umfangreiche Verschleißprüfungen und Alterungstests im Labor, um realistische Werte für die Langzeitwirkung der bioziden Beschichtung zu erhalten. Dieses Projekt wird im Rahmen von "Produktion der Zukunft" gefördert. Dabei geht es darum, den klinischen Einsatzbereich des Plasmasprayens über die Fertigung eines beschichteten Prototypen zur Marktreife zu führen. Gespräche mit einem international agierenden Krankenhausausstatter laufen bereits. "Zunächst müssen wir aber noch durch die Biozid-Verordnung durch", sagt Andreas Hinterer.

Klinische Begleitstudien dank Förderung

Dank der FFG-Förderung seien im aktuellen F&E-Vorhaben "andere Zugänge möglich, die wir uns aufgrund unserer Geschäftsausrichtung mit Fokus auf Sondermaschinenbau und Plasmatechnik sonst nicht leisten würden", meint Hinterer im Hinblick auf die aufwändigen klinisch-hygienischen Begleitstudien. Für die Projektabwicklung seitens der FFG hat der Inocon-Projektleiter nur positive Worte: "Die Unterstützung ist sehr gut. Man erhält kompetente Hilfe. Die Experten von der FFG sind sehr engagiert und haben uns zum Beispiel bei der Projekteinreichung und -abrechnung gut unterstützt!"

Kontakt 
INOCON Technologie GmbH
Wiener Straße 3
4800 Attnang-Puchheim
www.inocon.at
Weitere Meldungen aus Medizin & Biotech
APA
Partnermeldung