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PET-Scan macht injizierte Substanzen in Blutbahn sichtbar © APA (AFP)
PET-Scan macht injizierte Substanzen in Blutbahn sichtbar © APA (AFP)

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Praevenire-Gesundheitsgespräche: Infarktprävention per PET-Scan

16.10.2020

Rund 40 Prozent der Todesfälle sind in den entwickelten Staaten auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Neuerdings können nuklearmedizinische Verfahren (Positronen-Emissions-Tomografie) in Kombination mit CT oder Magnetresonanz offenbar Risikopatienten schnell identifizieren, hieß es bei den Praevenire-Gesundheitstagen im Stift Seitenstetten (NÖ).

"Wenn wir einen Paradigmenwechsel in Richtung Prävention haben wollen, sollten die Herz-Kreislauf-Erkrankungen ihren Stellenwert haben", sagte Marcus Hacker, Nuklearmediziner an der MedUni Wien (AKH). Derzeit sei das Verständnis von Herz-Kreislauf-Erkrankungen so, dass sie auf Atherosklerose und einer dahinter liegenden und den ganzen Körper betreffenden Entzündungsreaktion beruhen.

Genau ein solches Risiko kann eine Untersuchung mit PET-Geräten, die auf dem Darstellen von für ein Herzinfarkt- oder Schlaganfallgeschehen kritischen Bereichen von Arterien darstellen. Die PET-Untersuchung erfolgt durch das Injizieren kürzest strahlender Substanzen die Blutbahn, deren Verteilung im Gewebe dann bildlich sichtbar gemacht werden kann.

Scan-Kombination in einer Minute

Dazu gibt es neuerdings PET/CT oder PET/MR-Geräte, die PET mit Computertomografie oder Magnetresonanz zur Darstellung von Gefäßen kombinieren. Die PET/CT- oder PET/MR-Untersuchung ist ein Ganzkörper-Scan, der binnen einer Minute erfolgen kann. Derzeit läuft dazu mit der PIAF-Untersuchung eine internationale wissenschaftliche Studie, die bis 2024 klären soll, ob solche Untersuchungen einen Wert für die Identifizierung von Risikopersonen haben können.

Genau solche Untersuchungen sind extrem wichtig, weil neue Verfahren nicht unbedingt das bringen müssen, was anfänglich versprochen wird. Christoph Neumayer, Gefäßchirurg von der MedUni Wien (AKH) stellte das in Seitenstetten für sein Fachgebiet dar. Obwohl Kathetereingriffe bei vielen Gefäßproblemen (Aorta, Halsschlagader) natürlich vom Prinzip her wesentlich weniger belastend als die offene Chirurgie ist, müssen die Langzeitergebnisse längst nicht unbedingt besser sein.

Entscheidend für die Überlebenschancen sei jedenfalls die Behandlung an einem spezialisierten Zentrum durch Ärzte, welche chirurgische oder interventionelle Eingriffe häufig genug vornehmen, erklärte der Experte. Da kann ein Unterschied in der Überlebensrate von bis zu einem Drittel bestehen.

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