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Biach: "In Wien werden 27 Mrd. Euro pro Jahr an Wertschöpfung erzielt" © APA
Biach: "In Wien werden 27 Mrd. Euro pro Jahr an Wertschöpfung erzielt" © APA

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Praevenire-Gesundheitstage: Gesundheit - riesiger Wirtschaftsfaktor

16.10.2020

Das Gesundheitswesen wird in der Politik oft als reiner Kostenfaktor dargestellt. Das Gegenteil ist die Realität. "Ein investierter Euro löst eine Wertschöpfung von 1,2 Euro aus", sagte bei den Praevenire-Gesundheitstagen im Stift Seitenstetten (NÖ) der Standortanwalt der Wiener Wirtschaftskammer und Ex-Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Alexander Biach.

"In Wien werden 27 Milliarden Euro pro Jahr im Bereich Gesundheit an Wertschöpfung erzielt. Der Sektor macht mit rund 236.000 dort Tätigen fast ein Drittel der Gesamtbeschäftigung und ein Viertel der gesamten Wertschöpfung aus", erklärte Biach. Die MedUni Wien als größte Medizinuniversität Europas mit 8.000 Studenten sei ein ganz wesentlicher Bestandteil. Es gebe aber auch mit rund 210 Pharma-Unternehmen, 14.000 Beschäftigten und 8,7 Mrd. Euro Umsatz ein starkes unternehmerisches Standbein. In Wien arbeiten allein rund 150 Start-up-Unternehmen, vor allem im Bereich der Biotechnologie.

"Wir sind gut, aber wir müssen besser werden", sagte Friedrich Schmidl von der Austrian Business Agency für ganz Österreich. Was oft vergessen werde: Das Land liege mit einem Anteil von 28,8 Prozent der Industrie am Bruttoinlandsprodukte im OECD-Vergleich nach Deutschland (30,5 Prozent) und Japan (29,3 Prozent) an dritter Stelle. Aus- und Weiterbildung und ein investitionsfreundliches Steuersystem samt einer weltweit einzigartigen Forschungsprämie von 14 Prozent seien sehr gute Argumente für die Unternehmensansiedlung aus dem Ausland, betonte der Experte.

Schließlich sei Österreich auch in der Produktivität der Beschäftigten ganz weit vorn. Schmidl: "Wir haben da eine Produktivität pro Beschäftigten um 16 Prozent über dem EU-Durchschnitt." Auch die internationale Pharmaindustrie engagiert sich zunehmend in Österreich. US-Konzern Merck, Sharp und Dohme (MSD) hat beispielsweise erst vor kurzem das Wiener Biotech-Unternehmen Themis gekauft. Es entwickelt zwei potenzielle SARS-CoV-2-Vakzine und ein antivirales Medikament gegen die Covid-19-Erreger.

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