Medizin & Biotech

Schlaf setzt sich aus zwei Zustandsformen zusammen © APA (dpa)
Schlaf setzt sich aus zwei Zustandsformen zusammen © APA (dpa)

APA

Schlafen gegen den Schlaganfall

28.10.2020

Gesunder Schlaf ist lebenswichtig, um den Körper zu regenerieren. Berner Neurologen haben nun Hinweise geliefert, dass eine Beeinflussung des Schlafs die Erholung nach einem Gehirnschlag verbessern kann.

Das Team um Claudio Bassetti und Antoine Adamantidis von der Universitätsklinik für Neurologie der Uni Bern und des Inselspitals zeigten im Mausmodell, dass die Induktion von langsamwelligem Schlaf die motorische Erholung nach einem Schlaganfall verbessert, wie das Unispital mitteilte. Für ihre Studie wandten sie bei den Nagern die Optogenetik an. Mit dieser Technologie lassen sich die neuronale Aktivität und Hirnwellen mit Licht kontrollieren.

Schlaf setzt sich aus zwei Zustandsformen zusammen: Zum einen aus dem REM-Schlaf (rapid eye movement), in dem Träume hauptsächlich stattfinden. Zum anderen aus dem Non-REM-Schlaf, zu dem auch der Schlaf mit langsamen Wellen gehört. In dieser Tiefschlafphase schüttet das Gehirn Wachstumshormone aus, die zur Regeneration des Körpers beitragen.

Schlafstörungen erhöhen Schlaganfallrisiko

Das Team um den Neurologen Bassetti zeigte bereits in früheren Studien den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Schlaganfällen auf. Demnach würden Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit, zu viel Schlaf und Atemaussetzer das Schlaganfallrisiko erhöhen. Auch die Erholung nach Schlaganfällen werde behindert. Nach Schlaganfällen brauche das Gehirn zudem ausreichend Schlaf, um Nervenzellkontakte neu auszubilden.

Die neuen, im Fachmagazin "Journal of Neuroscience" veröffentlichten Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die Erholung nach einem Schlaganfall mit Gehirnstimulationen oder Medikamenten, die zu einem besseren Schlaf beitragen, gefördert werden könnten.

Weltweit ist ein Hirnschlag die zweithäufigste Ursache von Todesfällen und Behinderungen. Das Risiko im Verlauf des Lebens einen Schlaganfall zu erleiden, liegt bei Personen über 25 Jahren bei 25 Prozent.

Service: https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.0373-20.2020

STICHWÖRTER
Gesundheit  | Schweiz  | Bern  |
Weitere Meldungen aus Medizin & Biotech
APA
Partnermeldung