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Schweizer Finanzierungsspritze für personalisierte Hauttransplantate

20.08.2019

Eine Maschine, mit der sich automatisch aus Gewebeproben eines Patienten Hauttransplantate züchten lassen: Das ist die Vision, die das Start-Up Cutiss zusammen mit dem Forschungsinstitut CSEM verfolgt. Von Innosuisse erhalten sie über 800.000 Franken (735.023,89 Euro) für die Entwicklung.

Das Unternehmen Cutiss ist ein Spin-Off der Universität Zürich und züchtet aus kleinen, gesunden Hautproben von Patienten großflächigere Hauttransplantate, die beispielsweise bei Verbrennungen zum Einsatz kommen. Derzeit testen sie diesen Ansatz in einer klinischen Phase-II-Studie. Allerdings züchten die Mitarbeitenden des Unternehmens die Haut bisher manuell.

Die aufwändige Handarbeit soll nun in einem gemeinsamen Projekt mit dem Schweizerischen Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik (CSEM) automatisiert werden, teilten die Cutiss AG und das CSEM mit. Während 18 Monaten wollen die Forschenden einen automatisierten Prozess entwickeln, ohne dass das Hautgewebe Qualität einbüßt.

Die Agentur für Innovationsförderung des Bundes, Innosuisse, hat dem Projekt kürzlich finanzielle Unterstützung gewährt. Außerdem erhält das Projekt Gelder von der EU im Rahmen des Forschungs- und Innovationsförderungsprogramms Horizon 2020.

Haut wird widerstandsfähiger

Die gezüchtete Haut soll dank der Automatisierung widerstandsfähiger werden, die Kosten sollen sinken, und es sei damit möglich, die Produktion zu steigern. Die Herstellung genügend großer Mengen Haut ist ein wichtiger Punkt, da Brandverletzte oftmals große Hautflächen benötigen - und das möglichst schnell.

Bisher setzten Mediziner hierfür auf Eigenhaut-Transplantationen, was aber starke Narbenbildung mit sich bringt. Die Narben können die Bewegungsfreiheit einschränken und Folgeoperationen nötig machen. Die aus Hautbiopsien gezüchteten Transplantate führen nur zu leichter Narbenbildung.

Die Technologie könne langfristig auch in anderen Bereichen eingesetzt werden, beispielsweise um Hornhaut oder Schleimhaut biotechnologisch zu produzieren, erklärte Vincent Revol, der das Projektteam am CSEM leitet.

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