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Stoßwellentherapie beschleunigt laut Experten Heilung nach Krebs

07.11.2019

Durch Stoßwellentherapie kann der Heilungsprozess von Krebspatienten beschleunigt, der Stoffwechsel angeregt und die Durchblutung gesteigert werden. Die Schmerzursachen können dabei ohne die Nebenwirkungen von Medikamenten beseitigt werden, sagten Experten bei einer Pressekonferenz der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische Medizin (ÖGPMR) in Wien.

"Wir schauen bei jedem Patienten, wo er hin möchte und beraten ihn, ob diese Ziele auch machbar sind", sagte Christian Wiederer, Präsident der ÖGPMR und Ärztlicher Direktor am Kurpark Baden. Durch diesen individuellen Ansatz könnten mindestens 90 Prozent aller Therapien erfolgreich abgeschlossen werden, denn die physikalische Medizin kombiniere geringste Nebenwirkungen mit sehr hoher Wirkung, erklärte Wiederer.

Das gelte auch für die Stoßwellentherapie, die nun auch bei Krebspatienten angewandt werden darf. Früher galt jegliche Art von Bewegung als schädlich für die Heilung von Krebserkrankungen, eine Studie der MedUni Wien hat aber das Gegenteil erwiesen und schließlich zur breiteren Anwendung der Stoßwellentherapie geführt. Vor allem soll der Heilungsprozess nach der Akutbehandlung einer Krebserkrankung gefördert werden.

Energie von Stoßwellen wird auf Schmerzzonen übertragen

Hierbei wird die Energie von Stoßwellen auf die Schmerzzonen am menschlichen Körper übertragen. Ein Tumor darf dabei nicht getroffen werden, "aber ansonsten profitieren Krebspatienten wie alle anderen von dieser Therapie", sagte Richard Crevenna, Leiter der Universitätsklinik für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin der MedUni Wien. Weniger Schmerzen seien die positiven Folgen für die Erkrankten.

Eine weitere Neuerung in der Physikalischen Medizin ist die sogenannte Tele-Rehabilitation. Dabei werden Rehaprogramme nicht mehr stationär, sondern im Internet via Videos durchgeführt. "Die MedUni Wien hat ein Online-Trainingsprogramm für Betroffene entwickelt, denen der regelmäßige Besuch eines spezialisierten Trainingszentrums nicht möglich ist", sagte Crevenna. Diese Trainingsprogramme gäbe es zum Beispiel für Menschen mit Hämophilie, der sogenannten "Bluterkrankheit", bei denen es immer wieder zu spontanen Blutungen kommen kann. Regelmäßiges Bewegungstraining, das in den Videos vorgestellt wird, kann hier zu Verbesserungen führen.

Trotz der bestätigten Wirksamkeit der verschiedenen Behandlungen gibt es bei der Physikalischen Medizin ein Problem - es gibt zu wenige Fachärzte. "Wünschenswert wäre im niedergelassenen Bereich eine flächendeckende Versorgung", sagte Roland Celoud, Institutsleiter für Physikalische und Rehabilitative Medizin in Horn.

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