Medizin & Biotech

APA

Studenteninitiative gegen Blutkrebs fasst Fuß in Österreich

23.10.2019

Die Studenteninitiative "AIAS - Studierende gegen Blutkrebs" hat kürzlich in Innsbruck ihre österreichweit erste Registrierungsaktion zur Gewinnung potenzieller Stammzellenspender durchgeführt. Nach dem Vorbild Deutschlands, wo bereits 28 Standorte existieren, will man diese ab sofort zumindest jährlich oder bestenfalls einmal pro Semester etablieren.

Es sei ganz einfach und rette trotzdem Leben, sagte eine der Initiatorinnen, Katharina Körber, im APA-Gespräch über die Registrierungsaktion, die im Foyer der SOWI (Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät) stattfand. "Es dauert maximal fünf Minuten", ergänzte sie. Nach dem Wangenabstrich mit einem Wattestäbchen müsse man lediglich noch einen Fragebogen ausfüllen, erklärt sie kurz das Prozedere. Gebe es dann später nach der Analyse und der Aufnahme in "Pool" einen "Match" mit einem auf eine Spende wartenden Menschen, könne sich die registrierte Person entscheiden, ob sie wirklich spenden wollen, so die Initiatorin.

Den Kontakt mit der Idee und dem Konzept habe es in München gegeben, führte die zweite Initiatorin, Eva Schömig, aus. Dort sei im Jahr 2014 eine Aktion über die Bühne gegangen. Überaus erfolgreich, wie Schönig verriet: Über 1.000 Menschen hätten sich damals registrieren lassen. Mittlerweile seien über die 28 Standorte in Deutschland bereits 40.000 Menschen im Pool der möglichen Spender.

Rektoren begrüßen Initiative

Dass die Initiative, die mit dem Roten Kreuz kooperiert, jetzt über Innsbruck auch in Österreich Fuß fasst, begrüßten die Rektoren der beiden Innsbrucker Universitäten jedenfalls ausdrücklich. Der Rektor der Leopold-Franzens-Universität, Tilmann Märk, sprach gegenüber der APA von einer "tollen Initiative", die es ermögliche, dass es künftig mehr "Lebensretter aus Innsbruck gibt". Wolfgang Fleischhacker, Rektor der Medizinischen Universität, meinte wiederum, dass durch die Etablierung der Aktion an den Universitäten genau die richtige Zielgruppe anvisiert werde. "Studierende sind meist gesund und genau im richtigen Alter", hob er hervor.

Die Registrierungsaktion richtet sich dezidiert an Personen zwischen 18 und 45 Jahren. Vor allem für Patienten mit bösartigen Bluterkrankungen ist eine Stammzelltherapie von großer Wichtigkeit. Die Chancen, dass zwei Personen passende Gewebemerkmale haben betragen 1 zu 500.000. "Deshalb ist es wichtig, einen möglichst großen Pool an möglichen Spendern zu haben", merkte Fleischhacker dazu an. Seit Jänner 2019 ist das Rote Kreuz bei "AIAS" mit an Bord, die möglichen Spender werden in das Register der Österreichischen Roten Kreuzes eingetragen.

STICHWÖRTER
Krebs  | Universität  | Forschung  | Tirol  | Bez. Innsbruck  | Innsbruck  | Gesundheit  | Krankheiten  | Bildung  | Schule  | Hochschulwesen  | Wissenschaft  |
Weitere Meldungen aus Medizin & Biotech
APA
Partnermeldung