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Immer weniger Pharmaunternehmen forschen zu Antibiotika © APA (dpa)
Immer weniger Pharmaunternehmen forschen zu Antibiotika © APA (dpa)

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Studie: Nicht genug Fortschritte im Kampf gegen resistente Keime

22.01.2020

Resistenzen gegen Antibiotika sind weltweit auf dem Vormarsch. Doch die Pharmaindustrie macht laut einer Studie nur schleppende Fortschritte bei der Entwicklung neuer Antibiotika und der Bekämpfung sogenannter Superbugs, also Keime, gegen die nichts mehr hilft.

In Indien liegt die Arzneimittelresistenz vieler weitverbreiteter Bakterien bereits bei mehr als 70 Prozent, wie aus Bericht "Antimicrobial Resistance Benchmark (AMR)" der niederländischen Stiftung Access to Medicine Foundation hervorgeht. Schätzungen zufolge sterben alleine in den USA jährlich 35.900 Menschen wegen Resistenzen gegen Antibiotika und antimikrobielle Substanzen, die durch Pilze verursachte Erkrankungen bekämpfen. In der Europäischen Union und im europäischen Wirtschaftsraum machen diese Resistenzen mindestens 17 Prozent der Infektionen aus und führen zu 33.000 Todesfällen pro Jahr.

Im Vergleich zu 2018 bleibt die Pipeline an neuen Medikamenten zur Behandlung bakterieller Infektionen aber relativ klein. Gleichzeitig sind wegen der geringen Rentabilität von speziellen Antibiotika immer weniger Pharmaunternehmen in diesem Forschungsgebiet tätig. Dem Bericht zufolge haben sich seit 2018 mit der Schweizer Novartis und der französischen Sanofi zwei weitere große Pharmakonzerne aus der Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika zurückgezogen. Zwei weitere Firmen haben Konkurs angemeldet.

"Arzneimittelresistente Infektionen sind gegenwärtig eine der größten weltweiten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit", sagte Tim Jinks, Experte bei der Gesundheitsorganisation Wellcome Trust. "Das Tempo des Wandels entspricht nicht dem Ausmaß der Herausforderung." Dem Bericht zufolge sind die Pharmakonzerne GlaxoSmithKline, Entasis und Cipla CIPL.NS führend bei der Forschung in diesem Gebiet, aktiv sind auch Pfizer und Johnson & Johnson.

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