Medizin & Biotech

Forscher untersuchten im Tiermodell Gründe für mysteriösen Gewichtsverlust © APA
Forscher untersuchten im Tiermodell Gründe für mysteriösen Gewichtsverlust © APA

APA

T-Killerzellen lassen Mäuse bei chronischen Infektionen abmagern

20.05.2019

Bei schweren Infekten verlieren die Betroffenen oft unaufhaltsam an Gewicht, was bis zum Tod führen kann. Diese krankhafte Abmagerung (Kachexie) wird von T-Killerzellen ausgelöst, fanden Wiener Forscher bei Mäusen heraus. Mit einem Botenstoff bringen diese für die Virenabwehr zuständigen Immunzellen die Fettdepots zum Verschwinden. Die Studie erschien im Fachmagazin "Nature Immunology".

Ein Team um Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaft (ÖAW) in Wien untersuchte im Tiermodell, was für den mysteriösen Gewichtsverlust bei chronischen Infektionen wie etwa Aids, Malaria und Tuberkulose verantwortlich ist. Dabei magern die Patienten massiv ab, weil nicht nur ihre Fettspeicherdepots schwinden, sondern auch das "Baufett" abgebaut wird, das zum Beispiel die Augäpfel und Nieren lagert, sowie die Fußsohlen abpolstert.

Die Forscher machten T-Killerzellen (CD-8-T-Zellen) als Täter aus. Sie erkennen zwar den krankheitsauslösenden Erreger und bekämpfen ihn, lösen aber zugleich als "Nebenwirkung" eine Kachexie aus. Dabei spielt ein Immunbotenstoff-Signalweg über die Gruppe der Typ-I-Interferone eine unrühmliche Rolle. Auf ihre Signale hin wird das Fettgewebe umgebaut, und die Depots werden aufgelöst, was auch durch Nahrungsmittelergänzung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, erklären sie in einer Aussendung.

Kachexie ist auch eine gefährliche Begleiterscheinung von Krebserkrankungen. Dort wird sie aber von gänzlich anderen Faktoren verursacht, so die Forscher.

Service: http://dx.doi.org/10.1038/s41590-019-0397-y

STICHWÖRTER
Biologie  | Medizin  | Wien  | Wissenschaft  | Naturwissenschaften  | Forschung  |
Weitere Meldungen aus Medizin & Biotech
APA
Partnermeldung