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Tag der Lebensmittelsicherheit - In zehn Jahren 813 Rückrufe

07.06.2020

813 Mal musste in den vergangenen zehn Jahren über den Rückruf eines Lebensmittels informiert werden. Meist machte das das Unternehmen selbst, doch in 40 Fällen musste die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) im Auftrag des Gesundheitsministeriums diese Aufgabe übernehmen, sagte Geschäftsführer Thomas Kickinger anlässlich des Tages der Lebensmittelsicherheit am Sonntag.

"Es ist das Recht aller in Österreich lebenden Menschen, über ihre Lebensmittel ausreichend informiert zu werden", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in einer Aussendung am Samstag. "Das europäische und das österreichische Lebensmittel-Recht sehen daher klar vor, dass die Bevölkerung selbstverständlich auch vor Lebensmitteln umgehend gewarnt wird, die nicht in Ordnung sind und möglicherweise ihre Gesundheit schädigen können."

260 Mal wurden Lebensmittel wegen einer Kontamination mit Mikroorganismen zurückgerufen, v. a. wegen krankmachender Keime wie Salmonellen, Listerien oder E. coli. 214 Mal erfolgte ein Rückruf wegen zu hoher Gehalte von beispielsweise Schimmelpilzgiften (Mykotoxinen), Schwermetallen oder Pflanzenschutzmitteln. Für viele dieser Stoffe gibt es erlaubte Höchstmengen in Lebensmitteln. Werden diese Grenzwerte überschritten, ist das Lebensmittel nicht mehr sicher und darf nicht mehr am Markt sein, es bedeutet aber nicht, dass das Lebensmittel schon gesundheitsschädlich ist. 188 Mal waren Fremdkörper wie Glassplitter, Plastikteilchen oder Metallstücke der Grund für den Rückruf.

Tierische Lebensmittel wie Fleisch bzw. Fleischprodukte (113 Rückrufe) und Milch bzw. Milchprodukte (95 Rückrufe) gehören zu den Lebensmitteln, die am häufigsten zurückgerufen werden müssen - bei ihnen ist das Risiko einer Belastung mit Keimen naturgemäß am höchsten. Bei pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreideprodukten (104 Rückrufe) und Obst bzw. Gemüse (74 Rückrufe) stehen Rückstände im Vordergrund. Fremdkörper finden sich, produktionstechnisch bedingt, am ehesten in Fertiggerichten (73 Rückrufe).

Service: Rückrufe und Warnungen werden von der AGES unter dem Oberbegriff "AGES-Produktwarnungen" auf der Website www.produktwarnungen.at, über einen eigenen Newsletter zu Produktwarnungen, eine Smartphone-App für iPhone und Android und über Social Media (Facebook, Twitter) veröffentlicht.

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APA
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