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Größtes begehbares Darmmodell Europas im Rahmen Tagung des VEÖ © APA
Größtes begehbares Darmmodell Europas im Rahmen Tagung des VEÖ © APA

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VEÖ-Jahrestagung: Mikrobiom im Fokus der Ernährungswissenschaft

10.04.2019

Auf das Thema Mikrobiom hat sich die Jahrestagung des Verbands der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) in Wien konzentriert. Das Mikrobiom - auch unter dem Begriff Darmflora bekannt - ist derzeit Gegenstand zahlreicher ernährungswissenschaftlicher Forschungsarbeiten, da die Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm die Gesundheit wesentlich beeinflussen kann.

Verschiedene Umweltfaktoren und Lebensstiländerungen verändern auch die Darmbesiedelung und können so zu gesundheitlichen Problemen führen. Ein breites Spektrum an physiologischen und psychologischen Störungen wie Entzündungen, Stoffwechselstörungen, Lebensmittelunverträglichkeiten, aber auch Depressionen oder Diabetes Typ 2 können dadurch ausgelöst werden. Die Tagung des VEÖ widmete sich aktuellen Fragen der Forschung, etwa welche Prozesse im Körper über das Mikrobiom reguliert werden, ob es eine weibliche und eine männliche Darmflora gibt oder welchen Einfluss das Mikrobiom auf die Psyche hat.

Um die Funktion des Darms und seine möglichen krankhaften Veränderungen zu veranschaulichen, wurde im Rahmen der Tagung ein 20 Meter langes, begehbares Dickdarmmodell aufgebaut. Kolorektale Karzinome sind die zweithäufigste Krebsart in Europa. Während die Früherkennungsprogramme bei älteren Menschen wirken, stieg die Häufigkeit dieser Krebsart bei jungen Erwachsenen an. Dickdarmkrebs war im Jahr 2016 in Österreich für rund elf Prozent der Krebssterbefälle verantwortlich. Frauen sind seltener von Darmkrebs betroffen als Männer.

Die mit Abstand effektivste Methode zur Darmkrebsvorsorge stellt eine Darmspiegelung (Koloskopie) dar. Durch eine zeitgerecht durchgeführte derartige Vorsorgeuntersuchung lassen sich beinahe alle Darmkrebserkrankungen vermeiden, hieß es.

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