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Medikationspläne können laufend angepasst werden © APA
Medikationspläne können laufend angepasst werden © APA

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Wie das Internet der Dinge die Parkinson-Behandlung revolutionieren kann

12.09.2017

Jeans passen nicht immer, auch wenn man seine übliche Größe gewählt hat. Das gilt auch für die Dosierung von Medikamenten. Sie passt zum Beispiel für Alter und Gewicht und die jeweiligen Symptome des Patienten. Trotzdem können immer wieder individuelle Anpassungen notwendig sein. Und das besonders bei fortschreitenden Krankheiten wie Parkinson, bei der sich Symptome von einem Tag zum nächsten stark verändern können.

Vor diesem Hintergrund ist das gemeinsame Projekt "Blue Sky" von Pfizer und IBM entstanden. Mit Hilfe einer speziellen Sensortechnologie sollen Details zur tatsächlichen Wirksamkeit eines Medikaments besser messbar werden. Und sogar noch mehr: Die Technologie könnte dabei helfen, Medikationspläne laufend anzupassen, um die Behandlung für Patienten noch wirksamer zu machen.

Vernetzte Daten - Warum?

Ärzte sind heute darauf angewiesen, dass Patienten ihnen Details zu ihrem Wohlbefinden mitteilen - basierend darauf können sie die Therapie anpassen. Weiter geht die Personalisierung der Behandlung aber nicht. Denn jede Bewegung des Patienten zu beobachten und die detaillierten Schritte ihres Alltags zu verfolgen, das ist unmöglich. Aber das Internet der Dinge könnte genau das!

Indem Medizin und modernste Technologie verknüpft werden, können Symptome wie Zittern, Störungen im Bewegungsablauf oder Schlafstörungen in Echtzeit gemessen und im Optimalfall durch eine Anpassung der Medikation reduziert werden. Das würde das Alltagsleben von Parkinson-Patienten wesentlich verbessern.

Die Türe öffnen

Alles beginnt damit, real-time Beobachtungen zu machen, in der realen Welt. Natürlich mit entsprechender Zustimmung der Patienten.

"Ich sage gerne, dass wir Daten "in freier Natur" messen. Hat der Patient den Kühlschrank geöffnet? Hat er Milch aus dem Kühlschrank genommen? Man wird wissen, was der Patient macht. Man wird die Aktivitäten des täglichen Lebens und der Freizeit messen können. Diese Messungen können Informationen liefern, mit Hilfe derer Ärzte die Therapie des Patienten verbessern können", sagt Peter Bergethon, Vice President und Head of Quantitative Medicine bei Pfizer Inc.

Die Beobachtung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Es könnten Sensoren auf der Oberfläche des Kühlschranks angebracht sein, um zu registrieren, was du isst. Es könnte ein Bewegungsmelder am Boden sein, der deinen Weg verfolgt, damit Gegenstände aus dem Weg geräumt werden können. Es könnte sogar ein Alarm starten, der nicht aufhört, bis du deine Medikamente genommen hast.

"Wenn wir Patienten im Rahmen der Kontrolluntersuchung fragen 'Wie schnell kannst du deine Hände umdrehen', dann ist das ein Aspekt, den ich bei Parkinson messen kann. Wenn sich die Bewegung verbessert, ist das gut, denn es heißt, dass die Medikamente wirken. Aber was wirklich zählt, ist doch eigentlich: Wie gut kann ich ein Sandwich machen? Wie schnell komme ich aus dem Bett?" sagt Bergethon.

Genaue Messungen

Der große Benefit von Blue Sky ist das Potential, absolute Genauigkeit zu erreichen. Scanner, Bewegungsmelder, Armbänder und Monitore könnten die anekdotischen Informationen aufwerten, die Patienten weitergeben. Die Aussage eines Patienten, dass es genauso einfach für ihn war wie letzte Woche den Kühlschrank zu öffnen, kann stimmen oder auch nicht - es kann subjektiv so empfunden werden, auch wenn es nicht stimmt, oder aus Scham, Prahlerei oder einfach aus Vergesslichkeit so mitgeteilt werden.

Technologie kann jedoch die tatsächlichen Bewegungen des Menschen in der Küche beobachten und aufzeichnen. Zum Beispiel, wenn er die Türschnalle anders angreift oder es länger dauert, bis er den Kühlschrank geöffnet hat. Und das Programm braucht keine Pause. Es steht 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche zur Verfügung - und macht es so auch möglich, Daten zum Schlafverhalten zu generieren. Gleichzeitig ist die Technologie aber nicht störend.

Obwohl die Geräte, die zum Einsatz kommen werden, noch nicht fertig entwickelt sind, ist die Idee, dass Patienten einfach einen Sensor am Handgelenk oder Ellbogen tragen - und so ungestört ihr Leben leben können.

Die Wissenschaftler haben Parkinson als Startpunkt für das Projekt ausgewählt, weil sich die Erkrankung zum größten Teil durch motorische Störungen äußert und die Technologie bereits so ausgereift ist, um winzige Bewegungen zu erfassen.

Aber sie haben nicht vor, hier aufzuhören.

"Was wir versuchen, ist ein Modell zu bauen, das wir für andere neurologische Erkrankungen replizieren können", sagt Bergethon. "Und wir sprechen bereits über die nächsten potentiellen Anwendungsgebiete".

Service: Diese Meldung ist Teil des neuen Pfizer-Wissenschaftsblogs. Weitere Beiträge finden sich unter: www.pfizer.at/get-science

Quelle: Pfizer

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