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Placebos wirken nicht nur in Tablettenform © APA (AFP)
Placebos wirken nicht nur in Tablettenform © APA (AFP)

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Wirkung von psychologischen Placebos nachgewiesen

05.02.2019

Placeboeffekte treten nicht nur bei medizinischen Behandlungen auf: Placebos können auch dann wirken, wenn ihnen psychologische Effekte zugeschrieben werden. Das haben Wissenschafter der Universität Basel nachgewiesen.

Eine wichtige Rolle bei der Abgabe der Placebos spielt die begleitende Erklärung, wie es in einer Mitteilung der Universität Basel hieß. Beeinflusst werde eine Behandlung außerdem von der Art der Beziehung zwischen Behandelnden und Patienten sowie der Besserungserwartung.

Durchgeführt haben die Wissenschafter drei unabhängige Experimente mit 421 gesunden Teilnehmenden. Als Placebo wurden kurze, vorwiegend grünfarbig gestaltete Filme verwendet. Diese wurden mit oder ohne psychologischer Erzählung präsentiert, wonach "Grün beruhige, weil es früh geprägte emotionale Schemata aktiviere". Außerdem wurden die Filme in einer neutralen oder freundlichen Beziehung präsentiert.

Im Anschluss bewerteten die Teilnehmenden während mehrerer Tage ihre persönliche Befindlichkeit. Dabei habe sich gezeigt, dass der gezeigte Film dann eine positive Wirkung auf die Befindlichkeit hatte, wenn er zusammen mit der Erzählung und im Kontext einer freundlichen Beziehung präsentiert wurde.

Wirkung tagelang nachweisbar

Die beobachteten Effekte sind dabei vergleichbar mit jenen von psychotherapeutischen Interventionen bei gleichen Populationen, wie Studienleiter Jens Gaab in der Mitteilung zitiert wird. Die Erkenntnisse würden die Forschung und die klinische Praxis herausfordern, sich mit diesen Mechanismen und Effekten sowie deren ethnischen Auswirkungen auseinanderzusetzen.

Die Wirkung war nach der Verabreichung des Placebos am stärksten. Sie war jedoch auch noch eine Woche später nachweisbar, wie die Experten im Fachblatt "Scientific Reports" berichteten. An der Studie beteiligt war auch das Psychologische Institut der Universität Zürich.

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