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(v.l.n.r.): William G. Kaelin, Peter J. Ratcliffe und Gregg L. Semenza © (APA/AFP/Jonathan Nackstrand)
(v.l.n.r.): William G. Kaelin, Peter J. Ratcliffe und Gregg L. Semenza © (APA/AFP/Jonathan Nackstrand)

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Zellforscher mit Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet

11.12.2019

Die US-Zellforscher William Kaelin und Gregg Semenza und ihr britischer Kollege Peter Ratcliffe sind mit dem Medizin-Nobelpreis 2019 ausgezeichnet worden. Sie erhielten die Auszeichnung am Dienstag in der schwedischen Hauptstadt Stockholm für ihre Entdeckungen zu der Frage, wie Zellen unterschiedliche Sauerstoffmengen messen und sich daran anpassen können. Die Entdeckungen der Forscher helfen unter anderem im Kampf gegen Krebs.

Seit langem sei bekannt, wie lebenswichtig die Sauerstoffversorgung von Zellen und anderem Gewebe des Körpers ist - doch lange Zeit sei es ein Rätsel gewesen, wie Zellen Veränderungen des Sauerstoffgehalts erkennen und darauf reagieren, erklärte das Komitee bei der Bekanntgabe der Preisträger im Oktober. Die drei Forscher hätten mit ihren Arbeiten herausgefunden, wie Zellen unterschiedliche Mengen von Sauerstoff messen können, darauf reagieren und welche "molekularen Mechanismen" dabei eine Rolle spielen.

Diese Mechanismen spielen beispielsweise auch bei Tumoren eine Rolle, deren Wachstum von der Sauerstoffversorgung des Bluts abhängt - insbesondere bei einigen schnell wachsenden Krebsarten wie Leberkrebs, die so viel Energie verbrauchen, dass sie den gesamten um sie herum verfügbaren Sauerstoff verbrennen.

Weg zu neuen Therapien

Mit ihrer Forschung machten die drei Wissenschafter den Weg frei für "vielversprechende neue Strategien zur Bekämpfung von Anämie, Krebs und vielen anderen Krankheiten", erklärte die Nobelpreis-Jury. Universitätslabore und Pharmafirmen arbeiteten nun intensiv an der Entwicklung von Medikamenten, die in verschiedenen Stadien einer Krankheit eingreifen können, indem sie entweder den Mechanismus der Sauerstoffaufnahme aktivieren oder blockieren.

Der 61-jährige Kaelin arbeitet am Howard Hughes Medical Institute in den USA. Der 63-jährige Semenza leitet das Gefäßforschungsprogramm am John Hopkins Institute for Cell Engineering Research. Der 65-jährige Ratcliffe ist Direktor für klinische Forschung am Francis Crick Institute in London und am Target Discovery Institute in Oxford.

Die drei Forscher teilen sich das Preisgeld in Höhe von umgerechnet 850.000 Euro. Der Nobelpreis wird jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, in Stockholm verliehen.

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