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Abfall macht auch Urlaub! Sonne, Spaß und Sondermüll?

23.05.2019

Jeder Urlauber hinterlässt pro Übernachtung bis zu 2 kg Abfall am Urlaubsort. Angesichts der idyllischen Plätze, mit denen sich Urlaubsdestinationen präsentieren, bleibt dieses Problem oftmals unbeachtet. In Hinblick auf nachhaltige, lebens- und urlaubswerte Regionen benötigen Städte und Regionen mit hohem Tourismusaufkommen maßgeschneiderte Strategien, um diesen abfallwirtschaftlichen Herausforderungen optimal begegnen zu können.

Touristen verursachen rund 14 Prozent des weltweiten Siedlungsabfallaufkommens", betont Gudrun Obersteiner vom Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien und erklärt weiter: "Städte und Regionen mit hohem Tourismusaufkommen benötigen daher maßgeschneiderte Strategien, um diesen abfallwirtschaftlichen Herausforderungen optimal begegnen zu können." In diesem Bewusstsein wurde im Juni 2016 das Projekt URBANWASTE ("Urban Strategies for Waste Management in Tourist Cities") ins Leben gerufen. Das Projektkonsortium von URBAN-WASTE besteht aus 27 Partnern aus 12 europäischen Ländern, darunter ist auch das Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien.

Das Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien unter der Projektleitung von Gudrun Obersteiner hat in 11 ausgewählten Tourismusdestinationen den Einfluss des Tourismus auf das Abfallaufkommen untersucht. Mittels statistischer Analyse wurde das Abfallaufkommen pro Übernachtung ermittelt - auf Teneriffa etwa produzieren Touristen pro Übernachtung rund 1,6 bis 2,1 kg Abfall. Basierend auf den Ergebnissen wurden Optimierungsmaßnahmen umgesetzt und deren ökologische Auswirkungen bewertet.

Lebensmittelabfälle haben die relevantesten Auswirkungen

In Bezug auf Umweltauswirkungen ist besonders auf Lebensmittelabfälle zu achten. Sie sind ein Hauptgrund für die negativen Auswirkungen im Hinblick auf den Treibhauseffekt. Der Schwerpunkt der Maßnahmen lag somit primär in der Vermeidung, und weiters in der getrennten Sammlung und Nachbehandlung von Lebensmittelabfällen. Die Maßnahmen wurden abgestimmt auf die jeweilige Region und Situation umgesetzt und anschließend evaluiert.

Am Beispiel der Einführung von Doggy Bags (Behälter, die in der Gastronomie für das Einpacken und den Transport der Reste von bestellten und nicht vollständig verzehrten Mahlzeiten den Kunden bereitgestellt werden) ergibt sich pro Kilogramm vermiedenen Lebensmittelabfall eine Reduktion an Treibhausgasemissionen von bis zu 3 kg CO2e.

Allein durch das Aufzeichnen der anfallenden Lebensmittelabfälle in Restaurants mittels einem Food Waste Tracking Systems und dem daraus resultierenden Bewusstmachen der Mengen an Lebensmittelabfällen konnten in den teilnehmenden Restaurants in Kopenhagen, Kavala, Lissabon, Nikosia, Santander und Teneriffa eine Einsparung von insgesamt 181 Tonnen CO2 Äquivalente im Projektzeitraum erreicht werden. Zur besseren Verständlichkeit entspricht diese Einsparung umgerechnet 1.400.000 gefahrene PKW Kilometer oder den jährlichen Treibhausgasemissionen von 20 Österreichern.

Insgesamt wurden 22 Maßnahmen in den teilnehmenden Tourismusregionen ausgetestet und evaluiert. Jede dieser Maßnahmen führte zu bemerkenswerten Einsparungen an Treibhausgasemissionen. Details dazu sind auf der Homepage des Projektes URBAN-WASTE zu finden: http://www.urban-waste.eu/.

Die Ergebnisse, Erfolge und Erkenntnisse aus drei Jahren Arbeit wurden Anfang Mai in Brüssel bei einer Konferenz präsentiert. Für mehr Informationen besuchen Sie unsere Homepage www.wau.boku.ac.at/abf/, die URBANWASTE Homepage http://www.urban-waste.eu/ oder kontaktieren Sie uns direkt: DI Gudrun Obersteiner (gudrun.obersteiner@boku.ac.at)

URBAN-WASTE: Urban strategies for waste management in tourist cities
Ziel des URBAN-WASTE-Projekts ist es, öko-innovative und geschlechtsspezifische Strategien für Abfallvermeidung und -management für Städte mit hohem Touristenaufkommen zu entwickeln, um die Abfallmengen zu reduzieren und das Abfallmanagement zu verbessern. Diese Strategien sollen dazu beitragen, Abfälle wieder als Ressource in den städtischen Metabolismus zu integrieren und befassen sich außerdem mit Abfallmanagement, Risikoprävention und Landnutzung als integraler Bestandteil städtischer Entwicklung. Lokale und regionale Behörden, Medien und andere an der Konferenz interessierte Parteien können sich unter info@urban-waste.eu oder unter www.urban-waste.eu mit den Projektkoordinatoren in Verbindung setzen

Rückfragehinweis:
DI Gudrun Obersteiner
BOKU Wien / Abfallwirtschaft
gudrun.obersteiner@boku.ac.at
0664 885 86 414
STICHWÖRTER
Wien  |
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