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Aquaponik: Nachhaltige Nahrungsmittel-Produktion mit Potential

11.05.2020

Eine soeben im Journal "Sustainability" veröffentlichte BOKU-Studie untersucht das Konsument*innenverhalten bei Aquaponik - einem nachhaltigen System der Nahrungsmittelproduktion, in dem Fisch- und Pflanzenproduktion kombiniert werden.

In der Aquaponik werden Aqua- und Hydrokultur in einem integrierten Kreislaufsystem kombiniert. Die von den Zuchtfischen freigesetzten Nährstoffe werden von den Pflanzen genutzt, die wiederum als natürlicher Filter für das von den Fischen genutzte Wasser fungieren. Aquaponische Systeme haben ein großes Potenzial, gesunde Nahrungsmittel (Fisch, Gemüse und Kräuter) mit effizienter Nährstoffnutzung und geringem Wasserverbrauch zu produzieren.

Informierte, umweltbewusste Konsument*innen als Zielgruppe

Auch in Österreich sind erste Aquaponik-Anlagen in Betrieb, doch steht diese Produktionstechnologie trotz der enormen Potenziale einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion noch ganz am Anfang; der Markt für diese Produkte muss noch entwickelt werden. Dies zeigt auch die aktuelle BOKU-Studie: Theresa Eichhorn und Oliver Meixner (Department für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) untersuchten das Konsumentenverhalten für Aquaponik-Produkte. Insbesondere wurden über eine Kausalmodell Einflussfaktoren identifiziert, die die Zahlungsbereitschaft österreichischer Konsument*innen von Aquaponikprodukten (Fisch und Gemüse) beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen zunächst, dass die Bekanntheit dieser Produkte wie erwartet recht gering ist. Nur rund 12 % der Befragten kannten den Begriff "Aquaponik". Die weitere Kausalanalyse zeigte, dass das umweltbewusste Kaufverhalten und die allgemeine Bewertung der Aquaponik die Kaufintention signifikant beeinflussen und dies wiederum zu einer höheren Zahlungsbereitschaft führt. Mit anderen Worten: Konsument*innen, die nachhaltigere Konsummuster aufweisen und denen Informationen über die Aquaponik zugänglich sind, werden in der Folge auch bereit sein, mehr für derartige Produkte zu bezahlen. Eine erfolgreiche Einführung auf dem österreichischen Markt setzt demnach adäquate Informationen voraus, damit vor allem jene angesprochen werden können, die einen umweltbewussten Konsumstil aufweisen.

Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich im Journal "Sustainability" veröffentlicht:

Eichhorn, T.; Meixner, O. Factors Influencing the Willingness to Pay for Aquaponic Products in a Developed Food Market: A Structural Equation Modeling Approach. Sustainability 2020, 12, 3475. (https://www.mdpi.com/2071-1050/12/8/3475)

Kontakt / Rückfragen: 
Theresa Eichhorn, Institut für Agrar- und Forstökonomie (AFO), theresa.eichhorn@boku.ac.at
Oliver Meixner, Institut für Marketing und Innovation, oliver.meixner@boku.ac.at
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